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To be or not to be

Giulio Paolini – essere o non essere (to be or not to be)

HamletLubitsch und Zwei Personen auf der Suche nach einem Autor oder:

der Künstler auf der Suche nach dem Künstler oder dem Publikum?

Paolini sieht den Autor nicht als Demiurg sondern als weiteren Protagonisten, der gemeinsam mit ihm darauf wartet, bis sich der Vorhang hebt. Der Zuschauer kann nicht ohne Autor existieren und umgekehrt. Wer ist Gastgeber, wer ist Gast?

Das MACRO hat ihm eine ganze Etage gewidmet. Ein “Licht-Eiland” löst das andere ab und gibt dem m Betrachter genug Platz, um Licht und Schatten gebührend aufzunehmen und zu assoziieren.

Die insgesamt 14 Arbeiten sind getrennt untergebracht, damit man sich jeweils wieder auf ihn einstellen muß. Leicht macht er uns das nicht!

P1130270 To be or not to be

„Essere o nun essere“ : Paolini hat fließenförmige Quadrate auf dem Boden ausgebreitet. Manche davon sind umgedreht, manche bemalt (Bleistift). In der Mitte – von zwei roten Linien durchzogen – sitzen zwei Männer. Einer zeichnet und der andere sieht dem Entstehen zu. Sein und nicht sein zur gleichen Zeit. Hier verweist er auf seine Basisarbeit „Disegno geometrico“ (1960).

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„Big Bang“ (1997): In einem Plexiglasrechteck befindet sich eine kleine Staffelei mit Stuhl. Vor dieser Konstruktion steht ein Stuhl, ein Bilderrahmen, umgeben ist das ganze von zerknülltem Papier. Sein Paolini bringt sein “work in progress” Studio und seine Unzufriedenheit mit seiner Produktion als Miniaturausgabe in das Plexigefängis.  Neun Lichtspots (neun Planeten – das traf 1997 noch zu!!) sind unregelmäßig angebracht. Fantastisch!

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„Contemplator enim“ (1992). Wieder eine Plexiplas Struktur in der zwei Diener in Versailles-Kostüm jeweils ein transparentes Quadrat (auf den ersten Blick einen Spiegel) halten. Der Lakai-Künstler hält seine Leinwand, die vielleicht keine ist,  hoch. Sie muss nun bemalt werden und dann kann der Vorhang aufgehen.Viel Symbolik hier.

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The Guest (1999): Hier betreten wir das Atelier eines Künstlers. Eine riesige indiskret beleuchtete Leinwand verdeckt die Hälfte. Damit hat er die “Meninas” von Velazques als Installation wieder gegeben. Auf der einen Seite hängt ein Portrait (von Borges) neben einem Stuhl, der in der Wandmalerei ebenfalls wieder auftaucht. Hier spielen die Stühle die Rolle von Besucher und Besuchter. Wir fühlen uns als “voyeurs” und fragen, was hinter der Leinwand passiert und wo der Maler steht.

Der Konzeptkünstler, Fotograf, Maler und Bildhauer Giulio Paolini ist 1940 in Genua geboren. Er ist einer der wichtigsten Vertreter der Arta Povera Bewegung in Italien und nahm 1967 an der ersten Ausstellung dieser Bewegung in der Galerie Bertesca in Genua teil.

Seine Themen sind Raum und Zeit und das Verhältnis Autor:Betrachter.

Viermal nahm er an einer Documenta teil, zum ersten Mal 1972; und in den Jahren 1970, 1976, 1984, 1986, 1993 und 1997 stellte er auf der Biennale di Venezia aus.

2002 gestaltete er ein Großbild (176 qm) für die Staatsoper in Wien.

In Zusammenarbeit mit der Whitechapel Gallery London ist diese Ausstellung noch bis zum 9. März in Rom zu sehen. Kuratiert wird sie von Bartolomeo Petromarchi. Zu sehen sind 14 Werke aus den Zeit 1987 – 2013.

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Fotos: ©Christa Blenk

Christa Blenk

 

 



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