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Controtempo – suite

P1130630 Quartuor Diotima spielten am Donnerstag, 6. Februar

- Arnold Schoenberg (1874-1951) – Quartett No 1 in  re minore op 7 (1904-1905)

- Pierre Boulez (*1925) – Livre pour quatuor, parties I a & I b (1948-49)

- Ludwig von Beethoven (1770-1827)  – Quartett No 12 mi bemolle maggiore op 127 (1824)

Das Quartett Diotima (den Namen haben sie sich von Luigi Nonos Werk “Fragmente-Stille an Diotima” ausgeliehen. Zeitgenössische Musik und  Klassik der Tradition sollen verbunden werden – also genau was heute abend passiert) . Das Quartett nahm eine Idee von Schönberg auf, seine und Beethovens Streichquartette gemeinsam aufzuführen. Heute kam noch Boulez hinzu. Drei große Musiker, der eine, Beethoven hat die Wiener Klassik zur Romantik gebracht, Schönberg, der Hauptvertreter der Zweiten Wiener Schule und Zwölftonmusiker sowie Boulez, der wichtigste lebende Vertreter der elektronischen und seriellen Musik. Alle drei sind aus der jeweiligen Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken und ohne diese drei Komponisten würde die Musikwelt anders aussehen.  Eine intelligente und spannende Zusammenstellung.

Den Beethoven haben die Vier allerdings auch wie Musik des 20. Jahrhunderts präsentiert, und Boulez Werk dauert nur 8 spannende Minuten – er hat es mit 23 Jahren komponiert, als er eigentlich noch Mathematiker werden sollte. Wir merken aber sofort, dass es diese Musik ist, die Diotima am liebsten spielt! Sie werfen sich ständig Blicke zu – befürwortend aber auch mahnend!  Schönbergs Quartett Nr. 1 war dann der Hit – großartig vorgetragen dieses schön-berauschende  Transitionsstück von der Spätromantik  in das 20. Jahrhundert.

Schon 1904 gründete Schönberg (mit anderen) die Vereinigung schaffender Tonkünstler und Anton Webern sowie Alban Berg wurden Schüler des gerade mal  30-jährigen Schönberg. 1904 und 1905 arbeitete er vor allem an diesem  d-Moll-Streichquartett. Bei der Uraufführung 1907  im Wiener Bösendorfer-Saal gab es einen Aufruhr, weil das Werk nicht gefiel (schrieb später der Chronist Paul Stefan).  Gustav Mahler war auch im Publikum und als ihm der Lärm (und das Zischen) zuviel wurde, erhob er sich, ging auf einen Unruhestifter zu und sagte ruhig und entschlossen “Sie haben nicht zu zischen”. Darauf antwortete der Unbekannte “Ich zische auch bei Ihren Sinfonien“!.

Die nächsten drei Tage geht es in dieser Formation weiter. Freitag und Samstag wieder in der Villa Medici und am Sonntag nochmals in der Accademia Filarmonica Romana, dort hat es übrigens auch heute Abend stattgefunden. Von Schönberg werden noch die Quartette No 2,  3 und 4 gespielt, von  Boulez die jeweilige Fortsetzung des “Livre pour quartuor” und von Beethoven die Quartette 13, op 130; 14, op 131; und 15, op 132. Vielleicht hat das Quartett ja nächsten Tage auch ein wenig mehr Lust auf den Beethoven.

“Wer moderne Musik ablehnt, ist unkultiviert” – das hat Pierre Boulez 2010 zur Zeit gesagt!

Sehr schönes Konzert allemal!

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P1130624 Garten der AccademiaP1130614

Christa Blenk

 

 

 

 



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