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Römischer Spaziergang: Renaissance

Moses

Rom: Das ist erstmal das Kolosseum, das Forum Romanum, das Pantheon und alles was mit den alten Römern verbunden ist, dann natürlich der Petersdom und die Vatikanischen Museen mit ihrer sagenhaften Sammlung. Als dritter Gedanke vielleicht das barocke Rom und die unzähligen Barockkirchen und Hinterlassenschaften von Bernini und Borromini. Den Begriff Renaissance verbindet man zu allererst mit Florenz, mit der Erfindung der Perspektive und dem Architekten und allround Genie Brunelleschi und all den wunderbaren idealisierten Portraists. Aber wir täuschen uns. Man kann auch in Rom einen Renaissance-Spaziergang einlegen.

Renaissance, das ist die Zeit zwischen Quattrocento (15. Jahrhundert) und Cinquecento (16. Jahrhundert). Also mehr oder weniger von 1450 bis 1550 – jedenfalls ist das in Italien so. In anderen Ländern ist alles ein wenig nach hinten geschoben. Schließlich wurde sie ja in Italien erfunden: die Renaissance (auch wenn wir das französische Wort benutzen und nicht das Italienische). Bei uns läuft sie zeitweise zeitgleich mit der Reformation. Abgelöst wurde sie von den Manieristen wie Caravaggio und dann vom Barock natürlich.

Der Künstler und Künstlerbiograph Giorgio Vasari (1511-1574) hat den Begriff „rinascimento“ rückwirkend 1550 zum ersten Mal benutzt. Für ihn gab es bis dahin drei Glanzepochen: die Antike, das Mittelalter, eine Art Zwischenzeitalter, und dann die sogenannte Wiedergeburt der antiken Ideale und des antiken Geistes. Die Renaissance bewegte sich zwischen Gotik und Barock. Das Abendmal von Leonardo di Vinci (am 1495) zählt zu einem der Hauptwerke der Spätrenaissance, während Filippo Brunelleschi (1377-1446) ein Architekt oder besser gesagt der Architekt der Frührenaissance war. Er war auch der Entdecker der Perspektive, was schon 1410 geschah. Tizian, Donatello, Leonardo, Dürer, Shakespeare, Machiavelli, Erasmus von Rotterdam, Raffael, Botticelli, Martin Luther, Bramante etc sind die auffälligsten Renaissancevertreter. Vasari hat sie alle in seinem Hauptwerk verwähnt. Ohne Vasari wüssten wir sehr viel weniger Genaues über die Renaissance-Künstler. Seine Beschreibungen nicht nur der Personen und deren Werke sondern auch Anekdoten über die Zeit der Mäzene, Instrigen und Sammlerleidenschaften sind sehr lebendig und präzise und bringen die Zeit zum Leben. Er hat eigentlich die Kunstgeschichte erfunden. Seine “Vite” ist auch Jahrhunderte später noch als Bibel für die Kunsthistoriker anzusehen.

bramante

Vasari leitet sein Kapitel über Bramante mit diesen Worten ein: “Von unschätzbarer Bedeutung für die moderne Baukunst war das Wirken von Filippo Brunelleschi, der die herrlichen Werke der kundigsten und größten Meister der Antike nach so vielen Menschaltern zu neuem Ruhm führte und in seinen eigenen Bauten nachzuahmen trachtete. Doch nicht minderen  Gewinn brachte unserem Jahrhundert der große Bramante, der , voller Mut und Tatkraft auf den Spuren des Filippo fortschreitend, den nachfolgenden Baumeistern sicher der Weg wies, da er sich in der Kunst der Architektur nicht nur durch hervorragende Begabung  und theoretische Kenntnisse, sondern auch durch praktische Übung und große Erfahrung auszeichnete. Die Natur hatte ihm den entschiedensten Geist verliehen . …..”

Wir fangen unseren Spaziergang auf dem Gianicolo – oberhalb von Trastevere an. Der Architekt Bramante hat diesen perfekten  kleinen Renaissance-Tempel auf dem Gianicolo in der spanischen Akademie und neben der Kirche San Pietro in Montorio gebaut bzw. bauen lassen. Wunderschön und harmonisch thront er im leider zu kleinen Innenhof. Wenn man Glück hat und die Tür ist auf – was leider selten vorkommt – kann man um ihn herumlaufen und ihn sogar betreten. Ansonsten muss man versuchen, an einer Veranstaltung in der spanischen Akademie teilzunehmen (die meisten sind kostenlos) und so einen Blick auf ihn zu werfen. Perfekte Proportionen, mehr Renaissance geht einfach nicht – jedenfalls nicht in Rom.

Das Kirche ist einschiffig mit seitlichen Kapellen. Hier sind u.a. auch Ideen von Vasari vewirklicht.

Dann steigen wir die kleine Anhöhe hinunter (wenn man sie hochgeht kommt sie einem gar nicht so klein vor), am besten über die Treppe durch den Garten gleich neben der Akademie, immer die Via Garibaldi entlang und dann links durch das Tor auf die Via della Lungara. Hier liegt der Sommerpalast der Farnese, la Villa Farnesina. Ein weiteres Meisterwerk der Renaissance in Rom. Der Bankier Agostini Chigi hat ihn sich von Baldassare Peruzzi um 1510 erbauen lassen. Raffael (und seine Schüler) sind für einen Großteil der Fresken dort verantworltich (um 1515). Im Erdgeschoss muss man unbedingt die Loggia di Psiche und die Sala di Galatea besichtigen und vorher am besten die Geschichte von Amor und Psyche lesen. Im Obergeschoss wird dann mit den Perspektiven gespielt. Eine wahre Freude. In den Besitz der Farnese ging die Villa erst am Ende des 15. Jahrhunderts über, im 18. dann an die Borbonen. Raffael hat die Gärten mit konzipiert.

Über ihn sagt der großzügige und geniale Giorgio Vasari: “Mit welch großmütiger Freigebigkeit der Himmel bisweilen über einen einzigen Menschen den ganzen Reichtum seiner Schätze, alle Talente und hervorragenden Fähigkeiten ausschüttet, die  er sonst im Lauf eines langen Zeitraums auf viele zu verteilen pflegt , zeigt sich deutlich an Raffael Sanzio von Urbino, der sich nicht minder durch sein einzigartiges  Genie als durch seltene persönliche Liebenswürdigkeit auszeichnete”.

Wir bleiben auf der rechten Tiberseite und gehen weiter Richtung Vatikan. Mitten in der Hochrenaissance, 1506, wurde der Grundstein für die neue Peterskirche gelegt. Der erste Entwurf stammte von Bramante, der auch bis zu seinem Tod 1514 der leitende Architekt blieb. Die ständig wechselnden Entwürfe unter Raffael, Antonio d Sangallo d.J. U nd Peruzzi verzögerten die Fertigstellung. 1547 übernahm dann Michelangelodie Bauleitung. 1607, mittlerweile war die Renaissance am Ausklingen, übernahm dann Carlo Maderno und 1624 Gian Lorenzo Bernini, der zusammen mit Francesco Borromini daran arbeitete. In dieser Zeit entstanden die Bernini-Kolonaden. 1626, also über 100 Jahre nach Beginn, erst wurde sie von Papst Urban VIII eingeweiht.

Nichtsdestoweniger wurde aber seit 1503 kräftig für die Vatikanischen Museen gesammelt. Aus dieser Anfangszeit stammt z.B. die Laokoongruppe. Die Stanzen von Raffael entstanden ab 1508. Papst Julius II hat sie in Auftrag gegeben. Die Sixtinische Kappelle wurde unter Papst Sixtus IV zwischen 1475 und 1483 errichtet. Das Hauptwerk hier sind natürlich die Fresken von Michelangelo; sie sind zwischen 1508 und 1512 entstanden. Im Inneren der Kirche steht seine Pieta. Die Vatikanischen Museen sind ein Sonderkapitel und werden deshalb hier nur kurz wegen Renaissance Bezug angesprochen.

Dann gehen wir über die Brücke Richtung Cancelleria. Diese päpstliche Kanzlei steht mitten in der Altstadt Corso Vittorio Emanuele II/ Piazza della Cancelleria. Erbaut wurde dieser Palast um 1490 als Residenz für Kardinal Raffaele Riario. Er steht stellvertretend für das wieder dominanter werdende Rom in dieser Zeit. Der Entwurf soll von Leon Battista Alberti stammen. Die Baumeister oder Architekten waren Donato Bramante und Andrea Bregno. Heute gehört die Cancelleria immer noch zum exterritorialen Gebiet des Heiligen Stuhls. Leider für die Öffentlichkeit nicht geöffnet, aber manchmal finden im Obergeschoss Konzerte statt. Weiter geht es zum Palazzo Venezia. Erbaut um 1460 als Sitz der Venezianischen Gesandtschaft. Heute ist ein Museum dort und die Nationale Kunstbibliothek. Leider verschwindet das schlichte elegante Gebäude, weil die Augen automatisch auf die schreckliche „Schreibmaschine“ geleitet werden.

Weiter geht es den Corso hoch Richtung Piazza del Popolo. Dort steht die Kirche Santa Maria del Popolo, direkt an der Aurelianischen Mauer (muro torto). Sisto IV ließ um 1480 eine frühere Konstruktion aus dem Mittelalter umbauen, wahrscheinlich durch Andrea Bregno. Innen ist sie barock und beherbergt zwei Wandgemälde von Caravaggio (um 1600).

Nun müssen wir einen Schlenker machen, um zum Abschluss noch die Kirche San Pietro in Vincoli zu besuchen. Auf dem Esquilin-Hügel muss man sie sich über viele Treppen erkämpfen. Die Kirche ist eine der Alten und ruht auf Resten aus dem 2. Jahrhundert. Unzählige Umbauten haben sie zu dem gemacht, wie wir sie heute sehen. Wiederum war es Papst Julius II, der sie für die Renaissance umformte und Michelangelo beauftragte, sein monumentales Grabmal zu meisseln. 1506 entschied er sich aber, nicht weiterzumachen und Michelangelo verließ Rom. 1508 kehrte der Künstler wieder zurück, um wie gesagt die Sixtinische Kapelle auszumalen und nach Julius II Tod 1513 kehrte er zur Arbeit am Grabmal zurück. So entstanden der gefesselte und der sterbende Skalve und der vom Berg Sinai zurückkommende mit Gesetzestafeln beladene Moses (ein Meisterwerk).

Wieder war es Vasari, der 1568 das zutreffendste Urteil über den Moses abgab: Als Michelangelo den Moses vollendet hatte, gab es kein Werk zu sehen, ob antik oder modern, das daneben bestehen konnte.

Und wir haben jetzt noch nicht die Kunstwerke in den unterschiedlichen Museen besprochen. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Mit dem glänzenden, weißen Moses (1515) von Michelangelo vor Augen beenden wir unseren Renaissance-Rundgang.

Anmerkung: Unter Leitung von Michelangelo hat man 1560 mit dem Bau der Kirche Santa Maria degli Angeli e Martiri begonnen. Als Basis musste ein Teil der Diokletianthermen herhalten. Der Haupteingang der Kirche war die Innenseite des Caldariums – heute sieht man nur noch Ruinen. Besonders schon und erwähnenswert in dieser Basilika ist der Meridian – der wandernde Sonnenstrahl – auf dem alle Tiere des Zodiak als Mosaik in den Boden gearbeitet sind – aber das ist auch ein anderes Kapitel.

Christa Blenk

Fotos: Christa Blenk



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