Archive for the 'Poesie' Category

Blog Highlights 2020

2020 hat sich – auch kulturell – anders präsentiert als die anderen Jahre. Ab März wurden Museen und Ausstellungen geschlossen, Konzerte und Opernaufführungen wurden entweder abgesagt oder mussten virtuell stattfinden. Einiges gibt es aber trotzdem zu berichten. Unser letzter Opernbesuch hat Ende Februar in Antwerpen stattgefunden. Abgesehen von ein paar Kulturspaziergängen oder Besuchen von Freilichtmuseen, basieren deswegen meine blog Highlights 2020 auf virtuellen Ereignissen!  

Hinter jedem Begriff in ROT verbirgt sich der link zum Artikel

 

Januar: Das erste Jahr in Brüssel ging für uns in der Brüsseler Oper zu Ende bzw. das Neue hat dort begonnen und zwar mit einer gewöhnungsbedürftigen Aufführung von Hoffmanns Erzählungen in der Monnaie. Mitte Januar sind wir mit dem Auto nach Paris gefahren, um bei der neuen Produktion von Opera Côté Choeur mit dabei zu sein. Dido und Aeneas gehört zu unseren Lieblingsopern und von Brüssel nach Paris ist es nicht weit und dafür lohnt sich so eine Reise allemal. Kroatien hat ihre sechs-monatige Ratspräsidentschaft mit einem gelungenen Konzert im Bozar mit Max Emanuel Cencic eingeleitet.  Deutschland hat Kroatien bei dieser Aufgabe am 1. Juli 2020 abgelöst, wusste aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass das eine mehr oder weniger virtuelle Präsidentschaft werden sollte. Die Premiere der Pariser  Produktion Orpheus und Euridice, die wir hier in Brüssel im UGC Kino im Rahmen des Programms « Viva l’Opera » gesehen haben,  fand schon 2018 in Paris  mit einer Starbesetzung statt. Der großartige französische Contertenor Philippe Jaroussky (sehr überzeugend auch schauspielerisch, allerdings fehlte es ihm manchmal an Tiefe) und Patricia Petibon (großartig, selbstbewusst und dramatisch) als Orpheus und Euridice. Den Amor sang Emőke Baráth. Das französische Lille ist von Brüssel nur knapp zwei Autostunden entfernt und hat eine gute Oper mit einem interessanten Programm. Ende Januar sind wir in diese schöne nordfranzösische Stadt gefahren, um die  Oper  Les Pecheurs de Perles”  zu sehen. Die Aufführung hat uns sehr gut gefallen und wir haben beschlossen, dies öfters zu tun. Passend dazu haben wir die Ausstellung  ”Degas in der Oper” besucht.

 

P1090772 Februar: Endlich war sie da: die lang erwartete und große Van Eyck Ausstellung in Gent. Da wir gleich am zweiten Tag hingefahren sind, konnten wir sie noch sehen – mit vielen weiteren Besuchern zwar, aber immerhin. Ein zweiter Besuch mit einer Freundin aus Berlin fiel dann schon Corona zum Opfer (Ausstellung sowie Besuch). Achterland war  Teil eines Ballettfestivals, das schon 2019 begann. Aufgeführt wurde es im Kaii-Theater Brüssel. Auch hier ahnten wir nicht, dass das vorerst die letzte Ballettaufführung 2020 sein würde! Mitte Februar sind wir (gottseidank) trotz  großem Sturm mit dem Zug nach Antwerpen gefahren, um die Oper Der Schmied von Gent zu sehen. Das war dann auch der letzte physische Opernbesuch in diesem Jahr.  Aus der Oper Lüttich haben wir – auch im UGC Kino - Nozze di Figaro gesehen. Divina Mysteria: Im Rahmen des Bach Heritage Festival 2020 kam am 7. Februar die katalanische Theatergruppe La Fura dels Baus nach Brüssel. Im Kammermusiksaal des Palais des Beaux-Arts führten sie die Bauernkantate (BVW 212) auf. Und wie bei dieser Gruppe nicht anders zu erwarten, hat sie sich natürlich nicht nur auf Bach beschränkt. Eher durch Zufall haben wir Mitte Februar im Ungarischen Kulturinstitut ein unglaublich schönes und  beeindruckendes Klarinettenkonzert zu hören bekommen. Der Klarinettist Bence Szepesi verzauberte mit seinen Masterclass-Schülern das Publikum  beim diesjährigen Abschlußkonzert. Dass man Kunst auch genießen kann wenn es nicht die Originale sind, zeigte eine Ausstellung Mitte Februar Raffaello – und exposizione impossibile.

 

 Jugendstil-Gemüse März: Dieses Gemüse rechts hat es in den Brüsseler Jugendstil geschafft und ist immer wieder in Zeichnungen oder Verzierungen zu finden. Bevor der totale lockdown uns ins Haus verbannt hat, haben wir noch schnell einen Jugendstilspaziergang durch die Europäische Hauptstadt unternommen. Ich habe auch eine Serie begonnen “work in progress” der Brüsseler Stadtteile.
Weil ja Ausstellungsbesuche nicht mehr möglich waren, habe ich für Kultura Extra eine Reihe mit “Werkbetrachtungen angefangen. Sie hat mit der Apocalypse von Anger begonnen. Social Distancing wird das neue Schlagwort und Lebenskonzept und das erklärt am besten ein Bild von  Edward Hopper. Wie eine Quarantäne in der Renaissance ausgesehen hat, können  Sie hier lesen.

 

 April: Der sehr interessante, spanische Künstler, Gerardo Aparicio, hat sich mit seinen letzten und neuesten Zeichnungen auch Corona und seinen Auswirkungen gewidmet: Hier zwei Beispiele. Der Isenheimer Alter ist ein Wandelaltar, der in Colmar im Museum Unterlinden zu sehen ist. Hier kann man darüber lesen:  Isenheimer Altars.
Christus am Kreuz  des spanischen Malers Goya ist ein Osterbild. Goya ist sowieso einer meiner Lieblingsmaler. Hier geht es zu den  Capriccios im Madrider Prado, der übrigens eine ganz ausgezeichnete online-Präsenz hat. Meine 10 Lieblingsbilder im Prado verbergen sich hinter diesem link.
Einen kulturellen (virtuellen) Spaziergang durch den Zauberwald Bomarzo gibt es hier zu lesen. Das Madrider Museo Sorolla ist weniger bekannt aber durchaus – auch virtuell – sehenswert. Das Frankfurter Städel hat schon vor Corona sehr viel dafür getan, die unterschiedlichen Kunstepochen virtuell zu präsentieren.  Apollo und Daphne ist eine der schönsten Bernini-Skulpturengruppe, die in der Galeria Borghese in Rom zu sehen ist.

Im livestream aus der New Yorker MET hat uns  The mother of us all sehr beeindruckt. Zur Musik von Virgil Thompson hat Gertrude Stein das Libretto geschrieben.

 

stühle parlament  Zum 1. Mai habe ich mich mit einem Bild des eher unbekannten italienischen Malers Volpeda auseinander gesetzt. Der Vierte Stand beschreibt das Leben in Italien um die Jahrhundertwende.  Im Mai konnten wir ja immer noch nichts unternehmen und deshalb  habe ich eine Sparte auf dem blog eingerichtet mit Kochen in Corona-Zeiten. Die Werkbetrachtung zu dem Bild von  George Grosz im Mai war Stützen der Gesellschaft. Für Brettspiele haben wir ja auch wieder viel Zeit. Die Drei Schwestern beim Schachspiel ist ein bezauberndes Bild der italienischen Malerin Sofonisba Anguisola. Und im Zehlendorfer Wohnzimmer wurden virtuell die Konzerte wieder aufgenommen. Wer Lust auf mehr Konzerte aus dem Wohnzimmer aus der Zeit 2017-2019 hat, kann sie hier alle nachlesen. 

 

Dolmen Im Juni wurden die strikten Auflagen auch in Belgien etwas gelockert und die Grenzen zu Frankreich wieder geöffnet. Wir konnten ein paar Tage an den Atlantik fahren und haben die Steinreihen von Carnac besucht. Das zweite virtuelle Zehlendorfer Hauskonzert  fand im Juni statt. Madame Cezanne im roten Kleid war eine Juni Werkbetrachtung. Die interessanten Fresken von Tiepolo in Nürnberg sind hier zu lesen:  Besuch zum Nürnberger Treppenfresko.

 

Besenheide JuliKalmhoutse Heide - diesen Naturpark haben wir im Juli besucht und uns vorgenommen, im Herbst nochmals hinzufahren.      Blue and Green Music von Georgia O’Keffee ist ein Bild, das Töne und Farben verbindet. Eine weitere Bildbeschreibung war der Abschied von August Macke.

 

uch im August konnten wir ohne Probleme die Grenze überschreiten und haben nochmals ein paar Tage in der Vendée verbracht. Beim Zurückkommen mussten wir dann das Passenger Locator Formular ausfüllen und ein neuer lockdown lag schon in der Luft. Leider ist das Festival in Thiré für uns aber ins Wasser gefallen. An Werkbetrachtungen gibt es einen Feuerbach, Turner und die Toteninsel von Böcklin.

Angelika Kauffmann war eine Künstlerin, die  damals komplett aus der Reihe tanzte.

 

 

September: Wieder zurück in Brüssel sind auch die Vorschriften  strenger geworden und der Herbst kündigt sich an.  Eine Beschreibung von  Menzels Flötenkonzert findet man hier   Wir haben die Fondation La Hulpe besucht mit dem großartigen Park und an der Nordseeküste das Museum Delveaux. Beeindruckend ist auch das Freilichtmuseum Sart Tilman in Lüttich, vor allem mit zeitgenössischen Installationen – meist mitten im Wald.

 

Im Oktober endlich wieder ein wenig Theater. Die französische Theatergruppe hatte schon im Frühjahr viel Erfolg mit einen Stück, das für Außen konzipiert wurde.    C-O-N-T-A-C-T  fand  auch in Brüssel viel Aufmerksamkeit. Marie Laurencin ist eine heute eher unbekannte Malerin. In den Bild Apollinaire und seine Freunde hat sie gut ihre Zeit festgehalten. Das Goethe Institut hat am 3. Oktober  Die verschwindende Wand auf die Brüsseler Grand Place geholt.

Freilichtmuseum Brüssel ist ein Artikel über die Skulpturen – hauptsächlich aus dem 19. Jahrhundert – auf die man in Brüssel überall trifft. Ausführlicher bin ich in einem Buch darauf eingegangen.

 

Pünktlich zu den Wahlen im November in den USA habe ich mich mit dem Bild von Grant Wood  American Gothic auseinander gesetzt. Mehr braucht man gar nicht, um die Situation zu verstehen! Aber mehr Erfolg auf dem blog hatte die Ophelia von Millais. Ansonsten war der Herbst oft sonnig und hat zu Spaziergängen eingeladen. Hier ein paar Fotos zum Erholen – Brüsseler Herbstromantik in Sepia.

 

Im Dezember haben wir den schönen Park Solvay am Brüsseler Stadtrand besucht. Dort steht ein  riesiger Olmeken-Kopf. Brüssel hat als Stadt nicht wirklich einen guten Ruf und das Wetter ist meist grau. Aber diese Stadt ist von gigantischen Wäldern und üppiger Vegatation umgeben, sie hat im wahrsten Sinne des Wortes einen grünen Gürtel. Ansonsten gibt es hier die Werkbetrachtung von Caspar David Friedrichs Gemälde “Das Eismeer”. Passend zur winterlichten Weihnachtszeit kommt hier Bruegels Volkszählung in Bethlehem. Bruegel hat sich das Marollen-Viertel als Vorbild genommen und man sieht sogar ein wenig der alten Stadtmauer.  Schnee allerdings muss man heutzutage lange suchen in Flandern (oder Brüssel). Und stellvertretend für ein Feuerwerk: Van Goghs Sternennacht in Arles.

Wer wissen will, was alles nicht geht dieses Jahr:  hier ein paar Sitten und Gebräuche aus anderen Ländern

 

Es bleibt zu hoffen, dass 2021 wieder ein wenig Normalität mit sich bringt.

Frohe Feiertage und Alles Gute!

Tunnelmalerei in Les Marolles

Christa Blenk  

 

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Blog highlights 2019

Das Jahr 2019 hat – außer vielen Kunst- und Kulturhighlights – auch einen Umzug von Berlin nach Brüssel mit sich gebracht. Die Musikszene von Berlin wird sich in der europäischen Hauptstadt zwar nicht wiederholen, aber was Kunst anbelangt, kann die belgische Hauptstadt oder die Stadt der Surrealisten mehr als mithalten.

Hinter dem jeweiligen Titel liegt der link zum Artikel.

 

P1060800 Aber zurück zum kalten Januar in Berlin. Gleich zu Beginn des Jahres brachte die Deutsche Oper Berlin die wunderbare Inszenierung von 2009 von Katharina Thalbach von Rossinis “Der Barbier von Sevilla”. Witzig, spritzig, südländisch und sehr amüsant, hat diese Produktion in 10 Jahren nichts an Frische verloren.

WinterIm Februar spielte die DOB eine weitere bewährte Alt-Produktion, nämlich den Tannhäuser von Kirsten Harms. Bei der 46. Aufführung seit der Premiere 2008 mutierte Allison Oakes von einer Botticelli-Venus zur keusch-heilige Elisabeth mit Bravour und unglaublicher Leichtigkeit und Überzeugungskraft. Die Staatsoper Berlin trumpfte mit einem zeitgenössischen Opern-Highlight auf. Bei Violetter Schnee spielte – wie kann es anders sein – Schnee die Hauptrolle. Mit Lederhosen, Reifröcken, Rettungswesten, Federboas und eine Weltkugel gingen die Protagonisten in der Komischen Oper Berlin zu Bernsteins Candide auf die Suche nach der “Besten aller möglichen Welten“ . Die junge Künstlerin Nadine Ajsin malt die Welt mit bunten Lebensmittelfarben und stellte ihre Arbeiten in einer Berliner Galerie aus.

Wald Niederbayern Sich im Wald verlaufen zu haben scheinen die Sänger in Claus Guths Don Giovanni. In dieser Produktion für die Salzburger Festspiele 2008 sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr …. Vom Wald an die Küste ging es mit dem Franz Trio zu Gast bei den Zehlendorfer Hauskonzerten. Jean Cras beschreibt mit seiner Musik Seemannsgarn und Landabenteuer. Diese Wohnzimmerkonzerte brachten im Verlauf des ersten Halbjahres noch viele weitere Schmankerl zustande wie im März einen Klavierabend mit Ekaterine Khvedelidze  oder im Mai der Auftritt des  Noga Quartetts. Einen großartigen Konzertabend bescherte der Kanadier Yannik Nézet-Séguin dem Publikum in der Philharmonie mit einem russisch-französischen Programm. Die DOB brachte Eugen Onegin auf die Bühne, eine Produktion von Götz Friedrich, die schon 23 Jahre alt ist.

Eisschmelze Im Rahmen des Stravinsky Festivals fand in der Staatsoper eine interessante Aufführung von  “L’Histoire du soldat” statt. Musikalisch überhaupt sehr intensiv dieser März. Jörg Widmanns Babylon spielte in der Staatsoper und Zemlinskys  Zwerg in der DOB. Einen großartigen Auftritt legte Ian Bostridge im Pierre Boulez-Saal hin und kurz darauf wirbelte Simone Kermes durch den Barock und die Philharmonie.

Im Pariser Petit Palais wurde ausführlich der belgische Surrealist Fernand Khnopff vorgestellt, während die Berliner Gemäldegalerie die beiden Renaissance-Maler Mantegna und Bellini miteinander verglich. Die Ausstellung war vor Berlin in London zu sehen.

P1080072 Im April ging es nach Stuttgart zu Henzes Prinz von Homburg und kurz vorher nach Madrid in den Prado. Dort wurden Giacometti-Skulpturen mit Velazquez-Bildern zusammengebracht – mit Erfolg. Richtig große Ausstellungen wie sie Paris oder London aufstellt, werden in Berlin eher vermisst! Hier greift man immer gerne wieder auf schon Bekanntes zurück. Im Hamburger Bahnhof wurde E  kritisch unter die Lupe genommen und im Brücke-Museum die Brücke-Künstler.

char à voile A Sea Symphonie und Oceane von Detlev Glanert standen im Mai auf den Spielplänen der Berliner Bühnen. Dazwischen turnte – in einer großartigen Death Comedy Show im BKA Theater in Berlin – ein zeitloser Sensenmann mit seiner Praktikantin über die Bühne, während die Komische Oper in Berlin  M – eine Stadt sucht einen Mörder aufführte.

Ende Mai haben wir in Wilmersdorf eine ausgezeichnete Aufführung von Purcells Dido und Aeneas gehört.

P1070702 Im Juni war die  Interpretation von Sascha Waltz’ Sacre zu sehen. Diese Produktion feierte 2013 in Paris den 100. Geburtstag von Strawinskys „Sacre du printemps“.  Allerdings bleibt Waltz doch sehr weit hinter Pina Bauschs Choreografie zurück. (Hier eine Besprechung aus dem Teatro San Carlo vor ein paar Jahren).

waldherz Die Wiederaufnahme einer wunderbaren Produktion des „Rosenkavaliers“ hat im Juli die Saison der Komischen Oper abgeschlossen. Andreas Homoki hat dieses Meisterwerk der Operngeschichte 2006 entwickelt. 2013 wurde es erneut auf den Spielplan genommen und dieses Frühjahr nochmals viermal aufgeführt.  Bei der 42. Aufführung seit der Premiere am 8. Juni war das Haus fast voll.

Im Bröhan Museum gab es die Ausstellung Skandal! Mythos! Moderne!.

P1330652 Im August fand der Umzug statt, dann ging es in den Urlaub an den Atlantik (in die Vendee)Dort gibt es außer köstlichem Salz auch das Festival in Thiré im Garten von William Christie. Abends wurde in der Kirche von Thiré  die arkadische Schäferkantate « Aminta e Fillide » aufgeführt. Hier geht es um eine Nymphe, die auf einen jungen Bauern trifft, der sich in sie verliebt. Die abwechslungsreiche Kantate beschreibt die Schwierigkeiten der Beiden, zueinander zu finden.

… und dann kam Brüssel!

Wei Wei Der erste kulturelle Ausflug in Belgien führte uns nach Antwerpen in das sagenhafte Middelheim Museum  Antwerpen. Stundenlang kann man hier durch einen Traumgarten spazieren und nebenbei Skulpturen aus über 100 Jahren besuchen. Dieser Ort ist wirklich eine Reise wert!

P1350579 Der Oktober begann dann auch gleich mit zwei Welturaufführungen von zweitgenössichen Opern in der Brüsseler Monnaie. Zwei junge französische Komponisten komponierten  La silence des ombres und Macbeth Underworld. Bis jetzt kann sich das Brüsseler Opernleben auf jeden Fall sehen lassen. Aber auch Brügge zeigte sich gleich im Oktober von einer sehr interessanten Seite. Dort triumphierte Peter Eötvös mit der Oper Herzog Blaubart. Auf ungarisch gesungen mit flämischen Untertiteln! Was die Kunst anbelangt, konnten im Bozar-Museum Werke von Brancusi besichtigt werden und das Magritte Museum zeigt  immer noch eine großartige Ausstellung, bei der Dali und Magritte miteinander verglichen werden.

NDDM Im November haben wir in Paris eine sehr umfangreiche Ausstellung von Francis Bacon im Centre Pompidou gesehen und in Brüssel im Train World Museum eine wirklich sehenswerte Ausstellung des Surrealisten Paul Delvaux.  Die Monnaie setzte ihr interessantes Programm mit der Aufführung von Jeanne d’Arc au bûcher fort. Das Abonnement im Balsamine Theater hat sich auch schon gelohnt, zum Beispiel mit der Aufführung von George Kaplan (und hier geht es nicht um Hitchkock). Im November kam das Hamburger Ensemble Axensprung nach Brüssel mit ihrer neuen Produktion GIER – Weimar, die erhitzte Republik.

P1090426 - Kopie Der Dezember bringt Orangen und Mandarinen und eine Konzertreihe zu Ehren des polnischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg.   Der Gewinner des Förderpreises NRW, das Ensemble Repercussion, kam Mitte Dezember zum ersten Mal nach Brüssel und begeisterte mit ihrer sehr gekonnten Percussions-Performance das Publikum. Kurz vor Weihnachten haben wir die große Keith Haring Ausstellung im Bozar gesehen. Sie geht noch bis Mitte April 2020.

Außerdem habe ich – als work in progress – eine Seite mit “Stolpersteine in Belgien”  angelegt. Die Brüsseler Gemeinden werden ebenfalls ins neue Jahr mitwandern, bis alle behandelt sind.

Sehr gut gefallen hat mir der neue  Opernfestspiele- und Festivalführer Merian . Eine weibliche Robinson Crusoe ist die Ich-Erzählerin in dem Buch  Die Wand” von Marlen Haushofer.

Mit einer Bilder-Reise in den Languedoc! wünsche ich Allen Leserinnen und Lesern 

Alles Gute für 2020 !

 P1030628

Christa Blenk

 

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Und wer möchte, kann hier die blog Highlights aus früheren Jahren nachlesen oder darin stöbern.

Highlights 2018

Highlights 2017

Highlights 2016

Highlights 2015

Highlights 2014

Highlights 2013

Highlights 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

Wie schon in den vergangenen Jahren kommt hier ein Rückblick auf die kulturellen Highlights 2018 in Berlin und anderswo.

Begleitet und illustriert werden die Berichte dieses Mal von Fotos der französischen Atlantikküste.

 

vendee2 (1)
 Le Gois 

 

Mehr als 300.000 Menschen von Berlin bis Neuseeland haben Barrie Koskys amüsant-absurde und gewöhnungsbedürftige Produktion für die Komische Oper von Mozarts Zauberflöte in der Inszenierung der britischen Theatergruppe 1927 gesehen und diese Mischung  aus Zeichentrick- und Action-Stummfilm meist gemocht, obwohl sie Mozarts große Oper auch ein wenig verrät!   2017 war von dieser Gruppe Petruschka hier in Berlin auf der Bühne zu erleben.

Entdeckt hatten wir die Zehlerdorfer Hauskonzerte schon 2017. Aber auch im vergangenen Jahr brachte die Hausherrin von der Glasharfe bis zu Schubert ganz unterschiedliche Künstler zu sich in das musikalische Wohnzimmer und überraschte das Publikum mit ihrem Programm immer wieder.

 

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Bildhauerinnen der Moderne war der Titel  einer Ausstellung im Kolbe Museum, welches immer wieder die spannendsten Kombinationen in den schönen Ausstellungsräumen am Berliner Stadtrand zusammenstellt. Die  Ausstellung Zarte Männer in der Skulptur der Moderne läuft noch bis Februar 2019. Die Ausstellungsszene in Berlin ist ja sonst eher mager und das Angebot an Ausstellungen ist sehr verbesserungsfähig. Das Bröhan Museum brachte im ersten Halbjahr eine Sammelausstellung “Berliner Realismus” und nach dem Sommer eine Schau über  Georg Grosz  - beides durchaus erwähnenswert. Der Hamburger Bahnhof versuchte mit einer kleinen Ausstellung über Otto Müller  das Fehlen (Umbau immer noch nicht fertig) der Neuen Nationalgalerie aufzufangen. Diese Ausstellung läuft noch bis März 2019. Erwähnenswert auf jeden Fall die Ausstellung Leben ist Glühn mit Bildern des deutschen Expressionisten Fritz Ascher (1893-1970), die in der Berliner Villa Oppenheim und im Museum Potsdam zu sehen waren.

Ansonsten ist hier das Portrait über die Künstlerin Schirin Fatemi für KULTURA EXTRA zu lesen und ein langer Bericht über eine großartige Ausstellung im Grand Palais in Paris über Kupka.

„Banned Art“ sollte die Ausstellung, die 1938 in London als Antwort auf die Ausstellung „Entartete Kunst“ in München organisiert wurde, ursprünglich heißen. Um ihr aber das Politische zu nehmen, nannte man sie schließlich nur  « Twentieth Century German Art« . Angeblich sollen über 300 Exponate für diese Schau nach London geschickt worden sein. Gezeigt werden konnten  – aus Platzgründen – schließlich nur 270 Werke. Eine so große und bedeutende Ausstellung deutscher moderner Kunst  hatte es bis dahin in England noch nicht gegeben. Die Villa Liebermann am Wannsee hat mit sehr viel weniger Werken aber guten Texten, die Ausstellung nochmals aufleben lassen.

 

Vendée2013-März 430

 

Mit Das Wunder der Heliane und Die tote Stadt  gab es von dem in Österreich geborenen Komponisten Erich Wolfgang Korngold  gleich zwei sehenswerte Produktionen in Berlin. Korngold ist aber heutzutage vor allem wegen seiner vielen Preise für Filmmusik in Hollywood bekannt.

Aus der Begegnung im Jahre 2009 von Robert Wilson und Arvo Pärt im päpstlichen Wartesaal in Rom ist Adams Passion entstanden. Nacho Duato war 2018 schon auf dem Sprung das Staatsballett vorzeitig zu verlassen. In der Komischen Oper wurde nochmals eine seiner besten Produktionen “Herrumbre” aufgeführt.

Abgelöst wurde er im Sommer 2018 von Johannes Öhmann. Sasha Waltz wird in diesem Jahr die Ko-Direktion übernehmen. Öhmann Einstieg hätte besser nicht sein können mit der Doppelproduktion Celis – Eyal. Rauschender Applaus und viel Vorfreude auf Zukünftiges – vor allem von Eyal!

 

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Die Premiere von Benjamin Britten « The turn of the screw  fand schon vor fünf Jahren in der Staatsoper statt und kann seitdem immer wieder das Haus füllen. Britten komponierte die Oper 1954  nach einer Erzählung von Henry James. Hans Werner Henze fühlte sich ein wenig als kleiner Bruder von Britten. Ein großartiges Erlebnis im Herbst war die Aufführung von Hans Werner Henzes  Werk “El Cimarron” in Gelsenkirchen in einer Produktion von Michael Kerstan, das im Rahmen der Konzertreihe „Musik erzählt von Freiheit“  im Kulturraum Die Flora in Gelsenkirchen aufgeführt wurde. Diese Reise von Berlin ins Ruhrgebiet hat sich allemal gelohnt.

Im März verzauberte das Freiburger Barockorchester mit Pergolesis Intermezzo la serva padrona“ das Berliner Publikum. Passend dazu gab es in der Fenice in Venedig “I tre Gobbi” - Commedia dell’arte pur. Auch Rossini liebte es, sich bei der Commedia dell’arte zu bedienen und das hat Katharina Thalbach mit dem Barbier von Sevilla sehr ernst genommen.  Der Theaterregisseur Jan Bosse legte mit Rossinis « Il viaggio a Reims » in der Deutschen Oper eine Punktlandung, bei der fast alles stimmte, hin. Eine geniale Interpretation des Wartens!

 

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 Austernsteg in der Vendee

Aber um Warten ging es auch bei Salvatore Sciarrinos neuer Oper Ti vedo ti sento mi perdo” . Harrte man aber in Reims geduldig aus, um endlich von einem Ort wegzukommen, so lässt Sciarrino die Künstler während der Generalprobe einer Stradella-Oper im Palazzo Colonna  auf den Maestro selber warten.

Auf eine eine Heimweh-Reise schickte uns der argentinische Komponist und Bandeonist Daniel Pacitti mit einem gelungenen Konzert in der Philharmonie Viaggio in Argentina”. Im Vorjahr brachte er das Luther Oratorium “Wir sind Bettler” als Auftragsarbeit auf die Bühne.

Die Neuköllner Oper enttäuscht eigentlich nie. Mit  “Welcome to Hell”  hat sie den umstrittenen G 20 Gipfel von Hamburg aufgearbeitet und mit Wolfskinder  das Humperdinck Märchen Hänsel und Gretel neu erzählt. Das Original dieser Kinder-Erwachsenen Oper wurde im pünktlich zur Weihnachtszeit und alle Jahre wieder in der Staatsoper aufgeführt. Eine weitere beeindruckende Produktion war Kreneks Oper Der Diktator.

 

Vendée2013-März 112

 

Olafur Eliasson ließ erboste Götter und nachtragende Frauen über einen Star Wars Himmel donnern und zauberte so ein modernes Versailles für Rameaus Hippolythe et Aricie. Ein französisches Opern Pasticcio präsentierte mit “Les beaux jours de l’amour” (die schönen Tage der Liebe) der französische Dirigent Raphael Pichon mit einem Programm aus Opern von Rameau und Gluck .

Den 200. Geburtstag von Jacques Offenbach (1819 – 1880) feierte die Komische Oper mit einer neuen Produktion der Oper „Blaubart“ . Stefan Herheim führte Regie und versuchte, die Kult-Inszenierung von Felsensteins wieder aufleben zu lassen, die  zwischen 1963 und 1992 knapp 400 Mal zur Aufführung kam.

 

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 Salzland

Marie Bäumer spielt Romy Schneider bei einem Kurzaufenthalt in der Bretagne. Drei Tage in Quiberon heisst das Opus. Auch der Film Transit spielt in Frankreich, aber während des Krieges, und diese Zeit ist auch Protagonist bei dem sehr gelungenen Film Der Trafikant.  Ballon basiert auf einer wahren Begebenheit und kam Ende September 2018 in die deutschen Kinos. Sechs Jahre hat der Regisseur und Produzent Michael Herbig daran gearbeitet und mit einzelnen Familienmitgliedern oder Hauptprotagonisten gesprochen. Der Film beschreibt die Flucht 1979  in einem selbst gebauten Heißluftballon von  der DDR in den Westen: an Bord die Familien Strelzyk und Wetzel.

Die Beelitzer Heilstätten animieren dazu, erneut den Zauberberg zu lesen. Ein Besuch über die Glienicker Brücke zur Villa Schöningen hingegen bringt den Spion der aus der Kälte kam wieder auf den Nachttisch. Wer Thomas Mann und John le Carre aber nicht mehr lesen mag, kann sich mit der Hauptstadt  von Robert Menasse vergnügen, hier wird die Europa-Hauptstadt Brüssel aufs Korn genommen.

In der Villa Schönigen waren 2018 übrigens auch die Kostüme für den Bayreuther Lohengrin zu sehen, die das Künstlerpaar Rosa Loy & Neo Rauch entworfen hatte.

Leo Janácek hat sich mit seinem Spätwerk „Die Sache Makropulosmit dem Thema “Alt werden oder Jung bleiben müssen” befasst, beeindruckt und inspiriert von einem damals ganz neuen Theaterstück von Karel Capek

Michael Thalheimer hat Brechts „Kaukasischen Kreidekreis“ am Berliner Ensemble, mit großartigen Darstellern  inszeniert und minimalisiert. So ganz ohne Bühnenbild und viel Elektro-Guitarre.  Beeindruckend auch Karin Henkels  geschlechterlose Interpretation der Drei Schwestern.

Zum Dezember gehört auch das Weihnachtsoratorium  und besinnliche Kirchenkonzerte wie sie sie zum Beispiel die  Gemeinde der Sophienkirche organisiert.

 

vendee2 (16)

 

Dies ist nur eine Auswahl unter vielen anderen Artikeln und Beobachtungen! Und jetzt kann das neue Jahr mit vielen neuen Ausstellungen und Musikveranstaltungen beginnen.

Alles Gute!

cmb

Fotos (c) Christa Blenk

hier die links zu den blog-Highlights der vergangenen Jahre

Highlights 2017

Highlights 2016

Highlights 2015

Highlights 2014

 

 

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Blog Highlights 2017

Liebe Leserinnen und Leser,

Hier sind nochmals die kulturellen Highlights der letzten 12 Monate nachzulesen, Verbindungen werden hergestellt und Brücken gebaut – wie es nur Musik und Kunst fertig bringen. Dieses Jahr wird der Übergang von einem Kulturevent zum anderen über eine venezianische Brücke von statten gehen. Es geht deshalb auch nicht immer chronologisch zu auf dieser Reise durch 2017!

P1060051 Avanti Avanti. Mit einem spritzigen Silvesterkonzert in der Komischen Oper fing das kulturelle Jahr 2017 an. Max Hopp rollte Volare Volare singend (und tanzend) mit der Vespa (aber nicht mit dieser – diese habe ich auf der Biennale in Venedig entdeckt) auf die Bühne – jedenfalls hatte er das vor … aber lesen Sie selber.

Brücke ohne Geländer Tanzend ging es auch gleich weiter mit den Tanztagen in Berlin . Surrealistisch und perfekt. Duato Shechter gab es in der Komischen Oper. Großartig war auch eine Aufführung des Nederlands Dans Theaters Anfang Dezember.

venezia3  Die Kriminellen der Frau A   war ein ausgesprochen packendes Erlebnis zwischen Theater, Kunst und Musik. Die Oper Ovartaci crazy, queer & loveable ist ein work in progress und erzählt Abschnitte aus Ovartacis Leben. Wir freuen uns schon auf den nächsten Teil!

P1050886 Viel klassische und konventionelle Oper gab es natürlich auch. Hervorzuheben  Salomé in der Deutschen Oper, eine großartige Aufführung von Purcells King Arthur. Abwechselnd zwischen Staatsoper, Komischer Oper und Deutscher Oper gibt es Berichte über  Petruschka, Hoffmanns Erzählungen, Don Giovanni, Der fliegende Holländer, Jacob Lenz, Elektra , La damnation de Faust oder Lohengrin. Sehr zu empfehlen hier Philipp Glass’ Satyagraha  in der Komischen Oper und L’Invisible von Aribert Reimann in der DO. Nicht sehr überzeugend und ein wenig langweilig war Tod in Venedig.

P1050884 Das Georg Kolbe Museum hat gleich drei großartige Ausstellungen in den eher armen Berliner Ausstellungshimmel geschossen. Georg Kolbe im Netzwerk der Moderne , eine umfassende Recherche über Flechtheim und kurz vor Jahresende Emil Cimiotti. Dazu passte perfekt die Ausstellung über Rudolf Belling.

P1050881 Hannover  hat außer einer ziemlich guten Oper auch noch viel Kunst zu bieten. Auf der Skulpturenmeile trifft man auf viele Bildhauer des 20. Jahrhunderts aber natürlich hat sich die Reise schon gelohnt, um dort Hans Werner Henzes Englische Katze”  zu sehen. Später im Jahr wurde dann auch die Oper LOT  von Giorgio Battistelli dort aufgeführt. In der Ausstellung Manifesto spielt Cate Blanchet 13 verschiedene Rollen. Diese Ausstellung ging durch alle wichtigen europäischen Museen.

1 Das Pariser Centre Pompidou ist immer einen Abstecher wert. Die jeweiligen Restrospektiven über Cy Twombly und David Hockney haben das wieder bewiesen. Jean Noel Pettit hat Cy Twombly ins Französische  übersetzt.

P1050882  Und wieder über eine Brücke und es geht ins Theater. Davon hat Berlin auch genug. Jeanne d’Arc in einem weißen Würfel im Gorki Theater, Wut  am Deutschen Theater, der gefräßige und feige König Ubu, eine enttäuschende Phädra und Caligula  am Berliner Ensemble mit Kettensägen und Wahnsinn.  Sehr gut The Situation im Gorki Theater und weniger gelungen Michel Houellebecq  Unterwerfung. Highlight war sicher die FAUST  Aufführung in der Volksbühne und der damit verbundene Abschied vom Theater-Wüterich Castorf. Kurz vor Jahresende war er dann Gast im Berliner Ensemble mit einer sehr freien Interpretation von Hugos Les Misérables.

P1050924 das wunderbare Ensemble Concerto Romano kennen wir schon aus Rom. 2017 konnten wir sie gleich zweimal in und um Berlin erleben. Einmal mit der herausragenden Aufführung Ad Arma Fideles beim Äquinox Festival und ein zweites Mal beim Göttinger Musikfestival.

P1050875 Aber jetzt wieder ein wenig Kunst. In der Biennale von Venedig hat mich am meisten die side show von Michelangelo Pistoletto interessiert. Er installierte seine Arbeiten in der Palladio-Umgebung.

Gut die Schau über Friedrich Kiesler im Gropius Bau oder die Präsentation von Jeanne Mammen in der Berlinischen Galerie. Im Hamburger Bahnhof war Hanne Darboven zu sehen und eine Entdeckung war  Jan Toorop. Ansonsten hat sich die Kunst in Berlin eher zurückgehalten.

P1050873 Jetzt mit einem großen Sprung über diese Brücke zur zeitgenössischen Musik. Hier ist das Festival Hofklang Anfang September hervorzuheben. Unerhörte Musik gibt es meistens am Dienstag im BKA. Korpus  oder e-werk waren u.a. zu Gast.  Ulrike Brand war auch in einer Performance Walls and Waves  in einer Kirche zu erleben.

P1050870 Überraschend eine Aufführung in der Ahlbecker Kirche auf Usedom von Pergolesis Stabat Mater. Usedom war sonst eher enttäuschend, aber gelohnt hat sich auf jeden Fall ein Besuch im Museum von Otto Niemeyer-Holstein. In dem Artikel zwischen Ostsee und Achterwasser  ist es beschrieben.

P1050850 Und über diese Brücke kommen wir zur Orgel und zu der Orgel-Ikone Matthias Eisenberg. Später im Jahr – zu Luthers Geburtstag – reisten wir ihm nach Leipzig nach und daraus wurde ein musikalisches Leipzig-Wochenende. 

P1050826 Aber auch Robert Wilson beschäftigte sich mit Luther und seinem Jubiläum mit der etwas konfusen Aufführung “Luther dancing with the Gods im Pierre Boulez Saal. Kammermusik mit und ohne Worte und ein Auftritt des großartigen Klarinettisten Jörg Widmann sind ebenso beschrieben.

2 Auch der argentinische Komponist und Bandeonist mit italienischen Wurzeln Daniel Pacitti befasste sich mit Luther. Im Juli wurde in der Philharmonie sein Oratorium Wir sind Bettleruraufgeführt mit Roman Trekel in der Hauptrolle. Kennen gelernt allerdings haben wir Pacitti bei einer ganz anderen Gelegenheit, nämlich bei einem kreolischen Tangoabend in den Räumen der Freien Volksbühne.

P1050816 Bei einem wunderbaren Hauskonzert in Zehlendorf hat Pacitti seine dritte Seite präsentiert. Das zeitgenössische Stück mit Einflüssen aus seiner Heimat. La Cruz del Sur wurde von zwei virtuosen jungen Solisten (Klavier und Querflöte) vorgetragen. Ausgeklungen sind die Zehlendorfer Hauskonzerte mit Werken von  Franz Schubert.

P1050920 In der Kunst und Ausstellungshalle in Bonn gab es eine sehr gut zusammen gestellte Ausstellung von Ferdinand Hodler  und München befasste sich mit dem 19. Jahrhundert in der Ausstellung GUT WAHR SCHÖN . Diese beiden Artikel sind u.a. auch auf KULTURA EXTRA  erschienen.

P1050894 Der Sommer in der Vendee besteht nicht nur aus Palourdes sammeln oder Strandspaziergängen. In Thiré findet jedes Jahr das Festival “Dans le Jardin de William Christie” statt. Dieses Jahr Monteverdi  gewidmet. William Christie war auch im Dezember zu Gast in der Philharmonie mit einer fantastischen Aufführung von Monteverdis Selva spirituale e morale”. Aber auch die Staatsoper feierte den großen Monteverdi mit einer sehr schönen Aufführung von L’incoronazione di Poppea.

Auch die Neuköllner Oper widmete Monteverdi einen Abend – bei Combattimento x 2 geht es in den Wrestler Ring!

P1050850 In einen anderen Garten – nämlich in den von Guillermo Lledó - führte die diesjährige Madrid-Reise. “Plaza para un hombre solo” ist eine Skulptur und die Eröffnung dieser wurde ganz groß in seinem Garten in einem Madrider Vorort gefeiert mit Künstlern und Madrider Kunstwelt. Madrid ist eine Kunst-Stadt, ein wenig davon ist hier auch beschrieben: Mateo Mate, Rosa Barba, Franz Erhard Walter. Das Museo Reina Sofia hatte eine umfangreiche Ausstellung zu Picasso und Guernica organisiert. Piedad y terror en Picasso.

P1050892 der argentinische Künstler Nestor Boscoscuro lebt in Berlin und in Buenos Aires. Mit ihm wurde die Portrait-Serie für KULTURA EXTRA erweitert.

P1050877 Die Aufführungen der Neuköllner Oper lohnen sich ebenfalls immer und sind jedesmal überraschend und erfrischend. Unter anderem gab es dort Combattimento x 2, Fuck the Facts und eine sehr freie Interpretation der Bettleropera.

P1050948 Pellworm – wo ist das denn? Aber eine Reise dorthin lohnt schon deshalb, weil diese Ecke in der Nordsee eine Art Atlantis ist – umgeben von Mythen und Sagen.

P1050818 The future is female war der Titel einer Reihe von Aufführungen  in den Sophiensälen. HUMBUG  wurde durch OPERALAB aufgeführt, war sehr amüsant und führte in die Zirkuswelt. In Norway Today  waren die zukünftigen Sophies Rois oder Wuttkes dieser Welt zu sehen.

P1060047 Das Colombian Youth Orchestra erfand Strawinsky neu und das auch noch im Konzerthaus am Gendarmenmarkt  und Josep Pons dirigierte Ravel, Falla und ebenfalls Strawinsky.

P1050928Bei dem Buch Eine Sinfonie der Welt” geht es auch um Musik. Hier beschreibt Alexander Bertsch das Leben eines Komponisten in der Nazi-Zeit.  Ein schönes Buch!

Brücke ohne Geländer Hoch im Norden lebt der Dorfpoet  und macht sich über sich selber und die Welt lustig -  aber lesen Sie selber.

 

Einen Guten Rutsch mit Trauben, Linsen oder anderen Bräuchen  wünsche ich allen Leserinnen und Leser und ich freue mich auf Ihren Besuch im nächsten Jahr!

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Christa Blenk

 

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Sinfoniekonzert mit Michael Francis und Ian Bostridge

Traum, Nacht, Alptraum

Von Kriegen, Nachteulen und Meeresungeheuern

 

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Midnight’s bell goes ting, ting, ting – …. but the nightingale, and she cries twit, twit, twit  …. and the cats cry mew, mew mew… (Thomas Middleton)

Der Brite Michael Francis gehört zur jungen Dirigenten-Generation: er dirigiert seit 2015 das Florida Orchestra.

In dieser Spielzeit ist er u.a. auch Gast beim Orchester der Komischen Oper Berlin und hat gestern Abend dort das erste Sinfoniekonzert dirigiert. Dazu hat er sich einen anderen Briten, den herrlichen Sänger Ian Bostridge, nach Berlin geholt. Bostridge ist einer der ganz Großen  und auf den bedeutenden Bühnen der Welt zu erleben. 2015 machte er obendrein noch von sich hören, als er über Schuberts Winterreise, die er nicht nur eigenwillig und genial singt, auch ein launiges und sehr originelles Buch herausbrachte.

Die Musik von Benjamin Britten (1913-1946) gehört auch zu seinem Repertoire und von ihm hat er gestern Abend in einem ausgezeichneten Zusammenspiel mit den Musikern Brittens Liederzyklus Nocture Op 60 vorgetragen. Britten hat den Liederzyklus 1958 für sieben obligate Instrumente und Streichorchester und für den britischen Tenor Peter Pears geschrieben. Nocturne liegt eine Reihe von Gedichten englischer Poeten der letzten 500 Jahre zugrunde. Flöte, Englischhorn, Klarinette, Fagott, Horn Harfe und Pauken leiten jeweils ein neues Gedichte/Lied ein. Wie ein Staffellauf, in dem ein Instrument an das andere übergibt.  Am Ende vereinen sich alle Instrumente zu einem concertino. Es geht hier um Träume, Alpträume, um Erinnerungen und Prophezeiungen und um das, was Bostridge daraus macht und das ist sehr viel!

On a Poet’s Lips I slept, nach einem Gedicht von Shelley (aus Prometheus Unbound -1820) macht den Anfang und figuriert in den folgenden 30 Minuten als Bindeglied. Die Streicher geben anschließend an das Fagott ab. In The Kraken, beschreibt Tennyson (1809-1892) ein auf dem Meeresgrund lebendes aber schlafendes Seeungeheuer. Der Einsatz der Harfe markiert den dritten Teil Encinctured with a Twine of leaves, ein Gedicht von  Colerdige (1797). Es ist Mitternacht, die Glocken schlagen. Das ist die Zeit der nächtlich streunenden Katzen. Midnight Bell ist wie ein Weck- oder Lockruf. Keiner mimt wie Bostride Nachtigallen, Eulen und Katzensprache so komisch, dramatisch und treffend nach, das  Horn unterstützt und unterstreicht. Thomas Middleton hat es um 1570 geschrieben.  Mit den Pauken ändert sich die Stimmung. But that Night when on my Bed I Lay von William Wordsworth (1770-1850) wird das September-Massaker in der Französischen Revolution erzählt; Britten Musik ist aber auch Musik, die nach dem zweiten Weltkrieg entstanden ist. Sleep no more! Das Englischhorn trauert zu The Kind Ghost nach einem Gedicht von Owen (1893-1918). Der Dichter erzählt seine Erlebnisse als Soldat im ersten Weltkrieg kurz bevor er an der Front fiel. Brittens War Requiem das er 1962 komponierte, geht ebenfalls auf Texte von Owen zurück. Flöte und Klarinette gehört der folgende Passus. Sleep and Poetry vom Romantiker Keats (1795-1821). Britten zieht hier ganz kurz den Hut vor Wagners Götterdämmerung. Natürlich darf bei so einer Zusammenstellung der britischen Dichter der allergrößte, William Shakespeare, nicht fehlen. Das Sonnet XLIII bildet den Schluss von Nocturne und die bisher nur sporadisch als Solisten eingesetzten Instrumente vereinen sich mit den Streichern.  Britten hat es, nicht nur musikalisch, der Mahler-Witwe Alma Mahler-Werfel gewidmet, die er in den USA zwischen 1939 und 1942, kennen gelernt hatte.

Bostridge ist ein moderner Manierist. Sehr beeindruckend wie der lange und schlaksige Sänger sich darauf einlässt, wie er in die Musik kriecht und wie sein Körper mitsingt, wie er leidet, sich erinnert, träumt und aufwacht. Von ganz unten nach ganz oben, begleitet aber nie übertönt von den Musikern. Einfach großartig!

Nach der Pause gab es aus der Oper Peter Grimes die Four Sea Interludes op 33 für großes Orchester.  Peter Grimes basiert auf einer Dichtung von 1810 des Schriftstellers und Pfarrers George Crabbe (1754-1832) und ist die Geschichte eines Fischers der beschuldigt wird, am Tod von zwei jungen Lehrlingen schuld zu sein und der von der  bigotten und grausamen Dorfgemeinschaft in den Tod getrieben wird. Peter Grimes wurde für Benjamin Britten und den Tenor Peter Pears, der die Titelrolle sang, schnell zu einem großen Erfolg. Britten selber hat einige Instrumentalpassagen für Konzertaufführungen umgearbeitet, darunter eben die Four Sea Interludes.

Eingebettet wurde die Britten Musik von zweimal Robert Schumann (1810-1956). Zu Beginn die Manfred-Ouvertüre op 115 und am Ende Schumanns glückliche und den Neubeginn ankündigende Rheinische.

Christa Blenk

 

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La voix humaine

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Cristina Zavalloni und Andrea Rebaudengo nach der Vorstellung

 Französische Preziosen

La voix humaine“ (die menschliche Stimme) ist Francis Poulencs letzte Oper. Eine ironisch-tragische Monooper, die 1958 nach einem Theaterstück, das Jean Cocteau 1930 schrieb, entstand. Man braucht eine Sängerin, die auch schauspielern kann, einen Klavierspieler, ein (rotes) Sofa, ein kleines Tischchen, eine unschönes Licht verbreitende Lampe und ein Telefon.

Paris Ende der 50er Jahre: Wie überall, war man auch hier beim Telefonieren auf den Operator angewiesen. Dieser, hier die Mademoiselle, stellte die Verbindung her und es kam durchaus vor, dass andere Gesprächspartner plötzlich im Gespräch oder in der Leitung waren. Diese Situation muss man sich also hier vorstellen.

Jean Cocteau hat genau beschrieben, wie die Frau sein oder sich bewegen sollte. Elegant musste sie auch sein, er wollte keine durch Kummer des Verlassenwordenseins geprägte, vernachlässigte Frau.

Es ist dunkel im Raum und sie liegt zusammengerollt auf dem Sofa, nimmt den Hörer in die Hand und versucht mit ihrer verflossenen Liebe zu telefonieren, was aber durch andere sich in der Leitung befindliche Personen erschwert wird. Das Klingeln des Telefons spielt der Pianist.

Zavallonis „Allô, Madmoiselle“, ist herzzerreißend und nervös-verzweifelt, wütend manchmal, wenn es nicht so tragisch wäre, könnte man es komisch finden! Die Gesprächsfetzen und ihre Antworten lassen erkennen, dass die Beziehung vorbei ist, jedenfalls von Seiten des Mannes.  Er hat eine Andere. Aufkeimende Hoffnung wird in der nächsten Sekunde von zu Tode betrübten Selbstmordgedanken abgelöst.

Ihre zuerst gezeigte Beherrschung oder den gespielten Optimismus verliert sie in dem 40-Minuten Telefonat immer mehr. Sie beschwört verzweifelt Erinnerungen hervor, erzählt von ihrem geplanten aber dann gescheiterten Selbstmord mit Schlaftabletten, versucht Verständnis aufzubringen, erniedrigt sich und beschwichtigt ihn aber gleich darauf, sich keine Sorgen zu machen, wohl wissend, dass er das eh nicht mehr tun würde. „Über das Telefon kann man sich nicht mehr ansehen, dabei könnte ein Blick eventuell nochmals alles ändern.“ Das Gespräch bricht ab, sie lässt sich neu verbinden, aber es geht nur Joseph, der Diener, ans Telefon „Ich bin es, Madame, Joseph“. Aber er ist nicht zuhause, denn er hat vom Restaurant aus angerufen. Peinlich-schmerzlich und zerrüttet versucht sie es abzutun, so als hätte sie es gewusst und der Mademoiselle nur die falsche Nummer – aus Gewohnheit – gegeben. Sie krümmt sich vor Seelenschmerz und fleht das Telefon an, doch wieder zu klingeln. Es klingelt erneut und sie teilt souverän mit, dass er den Koffer wann immer er möchte abholen könnte und und sie bittet img leichen Atemzug inständig, in Marseille nicht in ihr Hotel zu gehen. Wir hören heraus, dass er mit einer anderen Frau dort hinfahren will. Beschwichtigend versucht sie zu lächeln. Stimmungen und Emotionen wechseln sich ab, wobei die Waage immer mehr auf die depressive, die verzweifelt Seite fällt. Sie hängt sich die Telefonschnur um den Hals und singt mit versagender Stimme ein letztes „je t’aime“ (ich liebe Dich). „Weil die Dinge, die ich mir nicht vorstelle nicht existieren“. Hat sie sich mit der Telefonschnur erdrosselt, so wie es Cocteaus Stück vorsieht? Das was in dem Stück nicht gesagt wird, ist mindestens so wichtig als das Gesagte.

Niederschmetternd, dieses Monotragödie. Die Jazz-Sängerin aus Bologna, Cristina Zavalloni war grandios und überzeugend. Diese stimmliche und emotional-darstellerische Herausforderung hat sie ausgezeichnet gemeistert. Unterstützt wurde sie dabei vom italienische Pianisten Andrea Rebaudengo. Francis Poulenc (1899-1963) hat ja in seinen Notizen dem Klavierspieler die Freiheiten über die tempi gelassen, je nach Inszenierung und in Absprache mit der Sängerin. Zu Zavallonis Repertoire gehören nach Schönbergs Pierrot Lunaire oder Brittens Rape of Lucrezia auch Bizets Carmen. Sie kann unglaublich viel mit ihrer Stimme machen.

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Cristina Zavalloni – La voix humaine

Poulenc hatte für die Premiere 1959 in der Komischen Oper in Paris nicht die Callas verpflichtet, sondern die Französin Denise Duval singen und spielen lassen.

Heute ist das Thema aktueller denn je, wenn man an die Bedeutung des smartphones für das Individuum denkt;  die all inclusive Verträge lassen 40-Minuten Gespräche und längere ja auch zu. Pedro Almodovar hat sich wohl hier für seinen Film “Frauen am Rande eines Nervenzusammenbruchs” orientiert”.

Im zweiten Teil des Konzertes sang sie Arien von Satie und Poulenc.

Christa Blenk

Fotos: Christa Blenk

 

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Top-blog-highlights im Februar 2016

Fünf Top-blogs im Februar

 

P1280710 Die großartige Ausstellung von Anselm Kiefer findet immer noch im Centre Pompidou in Paris statt. Sie ist ein “must”! Eine umfangreiche Retrospektive über das Mamutoeuvre dieses in Frankreich lebenden deutschen Künstlers

P1290731 Die Oper Rom hat nach der Cenerentola zum zweiten Mal Rossini gehuldigt und mit dem #Barbier von Sevilla eine etwas gruselige Tim Burton Inszenierung auf die Bühne gebracht, mit ausgezeichneten Sängern und viel Applaus. Vor 200 Jahren wurde Rossinis Barbier im Teatro Argentina in Rom uraufgeführt.

goethe-josefstiehler1828 Die Italienreise von Goethe ist vor genau 200 Jahren zum ersten Mal veröffentlicht worden (30 Jahren nach der Reise!). Die Casa di Goethe hat aus diesem Anlass eine Veranstaltung der Serie Incontri romani dem Geheimrat vom Corso gewidmet. Mario Fortunato und Jan Koneffke haben dazu aus ihren Geschichten über und für Goethe vorgelegen. #Rom trifft Berlin!

image001 Der kolumbianische Maler Botero ist sehr bekannt aber auch gewöhnungsbedürftig. Er gefällt eigentlich nicht aber trotzdem sehen sich alle seine Bilder und Skulpturen an. Vor ein paar Jahren hat er sich nun den Kreuzweg Christi vorgenommen. Dieser ist seit zwei Wochen im Palazzo delle Esposizione zu sehen. #Botero via crucis

Traviata-Dorothée Lorthiois Die Traviata von Opera Côté Choeur – aufgeführt im Espace Cardin in Paris, hat zwar schon am 30. und 31.  Januar stattgefunden. Die Übersetzung von Jean-Noel Pettit gibt es aber erst seit Anfang Februar. #La Traviata (version française). Die #deutsche Version ist hier zu lesen.

 

P1300056Das österreichische Kulturinstitut in Rom vor-feierte schon Hans-Werner Henzes 90. Geburtstag am 1. Juli mit Walzer, Tango und dem El Cimarrón Ensemble Duo sowie vielen neuen Kompositionen.

Vielen Dank für Ihren Besuch.

Christa Blenk

 

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Anselm Kiefer – Varus
 

Strawinsky – Oedipus Rex

 Ostiagriechisches TheaterSarcofago Ostia
Teatro Ostia Antica; griechisches Theater in Catania, Teil eines Sarkophages

 

Ödipus – König – hilf uns

Die griechische Tragödie entstand zu Ehren der Feierlichkeiten von Dionysos. 534 v.C. wurde die erste Tragödie des Dichters Thespis aufgeführt. Er stellte zum ersten Mal dem singenden und tanzenden Chor eine schauspielernde Person gegenüber. Aischylos führe den zweiten Schauspieler in die Tragödie ein und mit Sophokles kam schließlich der Dritte hinzu.

Beeinflusst von Jean Cocteaus Antigone (so gesehen die Fortsetzung der Geschichte nach dem Ende von Ödipus), befasste sich der schon neoklassizistische Igor Strawinsky zehn Jahre nach dem großen Sacre du Printemps-Skandal ebenfalls mit der griechischen Tragödie und arbeitete ab 1925 am Oedipus Rex. Arien, Duette und Choreinladen wechseln sich ab. Die Texte sind in Latein und die erklärenden Passagen werden von einem Sprecher vorgetragen (gestern Abend in Rom auf Italienisch).

Strukturiert, klar, lateinisch, archaisch, requiemhaft und abstinenzlerisch kühl-objektiv sollte es werden, eine karge Messe, ein crossover von slawischer Kirchenmusik, Klassik zu Jazz. Allerdings hat Strawinsky das so nicht komplett durchziehen können, wie Iokastes bewusst berauschende Arien beweisen; sie sind, vor allem die Eingangsarie, lyrisch und warm, durchaus an Belcanto erinnernd. Jedenfalls hat der Finne Sakari Oramo dieses gestern in der Sala Santa Cecilia herausgeholt. Großartig hat den konzertanten Oedipus Rex dirigiert, mitgelitten, mitgesungen und mitgelebt, begleitet vom ausgezeichneten (Männer)Chor der Santa Cecilia und vom hiesigen Orchester. Oedipus (Mati Turi) hat anfangs ein wenig geschwächelt, wurde aber immer besser. Iokaste, warnend, bittend, hoffend und verzweifelt, war die italienische Mezzo Sonia Ganassi. Erstklassig Alfred Muff (Bass) in einer Doppelrolle (Kreon und Bote). Teiresias war Marco Spotti und der Pastor war Simone Ponziani. Der einzige, der nicht überzeugt hat, war der Sprecher Massimo De Francovich, er hatte etwas von einem  20.00 Uhr Nachrichtensprecher, zu schnell und zu unbeteiligt, nicht dramatisch genug, aber vielleicht war das ja gewollt.

Die wuchtigen und mächtigen Chorpassagen vor allem dürften Carl Orff zehn Jahre später bei seiner Carmina Burana inspiriert haben. Dafür hat Strawinsky für dieses Messe-Oratorium sicherlich Rossinis Petit Messe Solennelle gehört, was gleich am Anfang bei Oedipus’Arie kurz zu hören ist. Kreons einzige Arie war der Klarinette gewidmet und würde auch im Belcanto bestehen können.

Igor Strawinsky hat den Zweiakter Oedipus Rex gemeinsam mit dem Dichter Jean Cocteau geschrieben. Das Werk geht zurück auf die Tragödie von Sophokles. Die konzertante Uraufführung fand zusammen mit dem 20-jährigen Bühnenjubiläum von Sergei Diaghilev statt. Die Sänger trugen Masken und konnten nur Kopf und Arme bewegen. Ein Erfolg wurde es aber nicht, auch die Aufführungen 1928 in Wien und Berlin rissen das Publikum nicht zu Begeisterungsstürmen hin. Traditionsgemäß war Strawinsky der Musikwelt wieder mal voraus. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg befasste man sich intensiver und weltweit mit diesem Werk.  1952 wurde es in Paris aufgeführt mit Jean Cocteau persönlich als Sprecher und erreichte erst 30 Jahre nach seiner Entstehung die Welttheater. Peter Sellars und Robert Wilson haben u.a. mit diesen Werk inszeniert.

Zur Handlung: Oedipus hat die Stadt von der grausamen Sphinx befreit, wird deshalb von den Thebanern zum König gewählt und darf Iokaste, die Witwe von Lais heiraten. Die Pest herrscht und Oedipus schickt Kreon, seinen Schwager, nach Delphi um das Orakel zu befragen. Als dieser mit der Aussage zurückkommt, dass zuerst der Mord an Oedipus Vorgänger Laios gerächt werden müsse, bevor die Pest verschwinde, wird der Seher Teiresias befragt, der sich aber in Schweigen hüllt. Iokaste macht die schmerzhafte Entdeckung, dass es ihr Sohn (und Mann) war, der die Tat begann und im Verlauf der Erzählung fällt es auch Oedipus wie Schuppen von den Augen, dass er selber der Mörder seines Vaters gewesen sei. Oedipus zieht die Konsequenzen, blendet sich und endet als Bettler in Theben. Die Pest endet.

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Foto: Eric Rivière

Christa Blenk

 

 

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Schlag nach bei Goethe: Incontri Romani

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Schlag’ nach bei Goethe

Glücklich – deutsch ernst – in Terracina

Die Reihe der Römischen Begegnungen in der Casa di Goethe in Rom wurde gestern Abend unter dem Motto Berlin trifft Rom fortgesetzt. Der italienische Schriftsteller Mario Fortunato und der deutsche Schriftsteller und Übersetzer Jan Koneffke haben dazu jeweils aus ihren Aufsätzen, die ihre persönliche Begegnung mit Goethes Italienreise zum Thema hatte, vorgelesen.

Mario Fortunatos Goethe-Hommage beginnt mit einer Verbeugung vor einem anderen ganz Großen. Mit den Wörtern Viele Jahre später, fängt auch Garcia Marquez  seinen grandiosen Roman 100 Jahre Einsamkeit an. Mario Fortunato liest also aus seiner autobiografischen Erzählung  Goethe in Terracina  vor und versetzt die Zuhörer für kurze Zeit in die Welt der 70er Jahre nach Cirò in Kalabrien, wo er 1958 geboren wurde und aufwuchs und wo er sich in einem Sommer, vielleicht 15-jährig, in den jungen Norweger Karl, der für einen langen Sommer dort im südlichsten Süden aufschlug, verliebte. M. erzählt, wie er seine Sichtweise immer mehr dem Fremden aus Oslo (also vom Mond, wie er augenzwinkernd hinzufügt) aneignet und die italienisch-kalabresische Welt mit den Blicken von Karl sieht. Um M.‘s  romantisches Schmachten nach Karls Abreise zu mildern und sicher noch mit anderen Hintergedanken, schenkte ihm sein Vater Goethes Italienreise zum Geburtstag. M. hatte sich zwar eigentlich Prousts  Auf der Suche nach der verlorenen Zeit gewünscht, versinkt aber dann mit seiner Teenager-Romantik voll in Goethes Reiseaufzeichnungen, die dieser von vor fast 200 Jahren machte. Gerade die selbstbewusste Unvollständigkeit und das Fehlen von Wichtigem, hatten es ihm besonders angetan.

“Hatte der von M. angebetete Karl nicht dasselbe gemacht, als er, von Oslo kommend, Italien mit einem Interrailticket durchquerte, ohne sich im Norden und in der Landesmitte aufzuhalten, um glücklich und frei von Gewissensbissen im ersehnten Süden zu landen, wo der noch ahnungslose M. Schon bereits war, ihn zu empfangen.?” (Mario Fortunato – Goethe in Terracina)

Eine wunderbare Geschichte, die auf vier Ebenen hin- und her tanzt. Magisch spinnt Fortunato die Fäden zwischen seiner Begegnung mit einem norwegischen Jugendlichen, der sich in den Süden verliebt, einem Goethe, der in Assisi nicht mal Giottos Fresken besucht weil es ihm nicht schnell genug gehen kann, endlich in Rom anzukommen und M., der eigentlich lieber Proust lesen wollte oder wenigstens den Faust, aber keine Reisegeschichten und Betrachtungen über Geologie und wie sich das alles Viele Jahre später in Terracina zu dieser bezaubernden Geschichte fügt, die er uns gestern Abend teilweile vorgelesen hat.

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Fotos: Christa Blenk

Jan Koneffke Goethe-Entdeckung ist ganz anders passiert. Seine Erzählung trägt den Titel eines Goethe-Zitates:  “So denkt an mich als einen Glücklichen.” Jan Koneffke ist 1960 in Darmstadt, in Büchners Stadt, das ist für ihn wichtig, geboren. In Koneffkes Kinder- oder Jugendwelt existierte Goethe nicht, seine links-stehende Familie akzeptierte die russische Literatur und vielleicht noch die Französische, erzählt er uns später, aber Goethe stand nicht auf dem Literaturprogramm. Koneffke las das Kapitel  Die Reise des Lesers vor. Er hat sich mit der Italienischen Reise weder literarisch noch wissenschaftlich auseinandergesetzt, sondern als ganz normaler Leser, gewissermaßen als Hinz und Kunz, fügt er hinzu und hat dementsprechend seine Erfahrungen in Italien, als Stipendiat der Villa Massimo, an denen von Goethe gemessen. Auch Koneffke hat sich, wie Goethe und wie Karl, in Italien verliebt, ist nach dem Jahr bei der Villa Massimo noch sieben weitere Jahre geblieben und ist  von der schick-abgeschirmen Villa Massimo in das Studenten- und Arbeiterviertel  San Lorenzo gezogen.  Koneffke hat italienisch gedacht, italienisch gesprochen (auch mit seiner Frau, die er hier kennen lernte), italienisch gelebt, italienisch gegessen und italienisch fern gesehen. Das einzige, was der auf Deutsch (ernst) tat, war schreiben!

“Was uns verband, meinen prominenten Vorgänger und mich: Wir waren beide Mitte Dreißig. Was uns trennte: Er sprach bereits Italienisch, ich musste es erst lernen. Goethe stieß sich wiederholt an den Einheimischen: “Was allen Fremden auffällt und was heute wieder die ganze Stadt reden, aber auch nur reden macht, sind die Totschläge, die gewöhnlich vorkommen” . Mir wiederum missfiel das politische Leben, von der Herrschaft des Partikularinteressens und dem fehlenden Gemeinsinn bis zum billigsten Propulismus und der grassierenden Korruption. In meinen deutsch ernsten Fantasien hätte ich mich gern als  “Polizeisoldat des Himmels ” (Georg Büchner) in die Verhältnisse eingemischt, um sie “in Ordnung ” zu bringen.” (Jan Koneffke – So denkt an mich als einen Glücklichen)

Jan Koneffkes Erzählung hat eine ganz andere Annäherung an Goethe, endet war dennoch mit dem gleichen Gedanken:  Auch ich war in Arcadien!

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Erste Ausgabe Italienreise (Casa di Goethe) 1816

In der anschließenden Diskussion ging es dann hauptsächlich um das Herabschauen des Nordens auf den Süden – aber nicht nur um das von Mailand auf Rom – , um Vorurteile und Allgemeinplätze und Fortunato sprach einen Rat an die Politiker in Europa aus: Lest Euren Goethe vor den großen Europäischen Räten und sonstigen Besprechungen. Da steht schon die Gebrauchsanleitung für Europa und alles andere drin!

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Auszug Portrait Josef Stiehler (neue Pinakothek München)

Interessanter Abend, der am 1. März in Berlin im Italienischen Kulturinstitut wiederholt werden wird.

Christa Blenk

Und hier noch mehr Berichte über Veranstaltungen in der Casa di Goethe:

Durs Grünbein

Lewitscharoff

zwei Dichter zu Gast bei Goethe

Deus in macchina

Lady Hamilton

Frido Mann

Kalkutta ist so schön wie Rom

Büchner und Chagall

von Erdmannsdorff

Isolde Ohlbau

Barbara Klemm

 

 

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An die Musik – Frido Mann ließt in der Casa di Goethe

 
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 Incontri Romani – Frido Mann und Dr. Maria Gazzetti (Foto: Casa di Goethe)

 

“Hast mich in eine bess’re Welt entrückt!”

Diese Zeile aus einem Gedicht von Franz von Schober war und ist Frido Manns Leitmotiv für sein erst vor kurzem erschienenes Buch  An die Musik. Einen  autobiografischen Essay nennt er es,  und es geht um Musik, um das Schöne, das Erhabene, das Religiöse, das epochal Begleitende, das Verführerische aber  auch um das Gefährliche in ihr.

Gestern Abend also hat er sein noch lauwarmes Buch in der Casa di Goethe in Rom vorgestellt und drei Stellen daraus vorgelesen. Eine abwechslungsreiche Reise durch die Musikgeschichte, voll mit persönlichen Erfahrungen, Impressionen, Erinnerungen, Bekanntschaften und Anekdoten.

Warum war Bach für ihn als junger Musik- und Theologiestudent so wichtig? Was hat des  Großvaters genialer  Weltliteratur-Musik-Roman  Doktor Faustus bei ihm ausgelöst oder wie erinnert er ein Treffen 1955 auf Ischia mit Hans-Werner Henze. Da ist die Geschichte in der  kleinen romanischen Klosterkirche in Nikolausberg, wo er Orgelunterricht erhielt und – bewaffnet mit  Bachs Orgelbüchlein und Pastorella – zu spielen anfängt, die Zeit vergisst und beim eigenen Spiel in eine Art Trance verfällt.  Oder die Auseinandersetzungen mit dem abschreckenden Bild der Neuen Musik durch den Tonsetzer Leverkühn und dem Teufelspakt mit einer nachhaltig zum Ausdruck gebrachten „Hoffnung jenseits der Hoffnungslosigkeit“ . Frido erinnert sich an die heruntergekommene Restaurant-Terrasse und an den eine bezaubernde Buch erhellenden Vollmond, während er Hans-Werner Henze und Michael Manns Gespräche mit anderen Intellektuellen auf Ischia in den Sommerferien mit verfolgen durfte.

Je nach Lebensabschnitt sind Eindrücke von Gehörtem, Gespieltem oder Komponiertem geblieben, immer andächtig und auf der Suche, den Ansprüchen oder Erwartungen eines Mann-Clan-Abkömmling gerecht zu werden. Mit einem Crossover von der Klassik zur Pop-, Rock- und Jazzmusik  kommt er zur Metapher und Coda.

Dazwischen befasst er sich mit den frühen Säkularisierungsbestrebungen in Italien und Frankreich und der Wiener Klassik. Schubert, ganz wichtig,  und die Sprache in der deutschen Romantik.   Von der  Moderne, von Strawinsky oder Arnold Schönberg baut er eine Brücke nach Darmstadt zu den politischen Musikern wie Hans-Werner Henze und Luigi Nono.

Bach ist der Größte, aber Schubert steht ihm viel näher,  mit Wagner wird er nicht so recht warm. Henze mag und respektiert er sehr, während er  Stockhausen lieber weiter weg sieht und bei Pierre Boulez liebt er sein Weiterkommen nach dem Ausbrechen aus dem seriellen Gefängnis!

Wenn aber stimmt dass Bach, der Gläubige, die Noten direkt von Gott diktiert bekamt, wo hat dann Henze, der Atheist, seine Eingebungen herbekommen?

Durch seinen Vater, den Bratschisten Michael Mann,  kam er schon von klein auf mit der Musik in Berührung, ganz natürlich nahm sie einen immer größeren Stellenwert in seinem Leben ein.

Anspruch auf Vollständigkeit erhebt – ganz bescheiden – diese Musikgeschichte nicht. Ein sehr persönliches und intimes Buch, in dem er viel von sich offenbart, das soll auch so sein, sagt er! Einen konventionellen Lebenslauf braucht es dann nicht mehr!

Das Buch ist interessant, abwechslungs- und so kenntnisreich, besinnlich und auch wieder kurzweilig-humoristisch und – vor allem – für Musikliebhaber ein gefundenes Nachttischschmankerl.

Seine Geburt in Kalifornien 1940 hat ihn – auf Wunsch von Thomas Mann – in eine Art Quäker Religionsgemeinschaft hineingeboren, wovon er aber als Kind nichts merkte und sich auch an nichts erinnert. Richtig konfrontiert mit der Religion wurde er erst dann, als er als 8-jähriger in die Schweiz kam. Während seines Studiums konvertierte er zum Katholizismus. Vor sieben Jahren allerdings,  anlässlich der Pius-Brüder-Affaire, trat er – auch angeregt durch seinen Sohn – wieder aus der katholischen Kirche aus und gibt sich nun seiner eigenen Religion,  einer ganz persönlichen Religion hin, die mit Kunst, Literatur, Musik und Natur zu tun hat. Auf eine Frage, wie man es als Enkel eines großen Schriftstellers schafft, meint er – vielleicht mit einem Augenzwinkern - dass hier wohl dann doch etwas religiös- mystisches gefragt sei.

Frido Mann hat Musik, Psychologie und Theologie studiert und sogar einen Jahresdirigentenkurs gemacht – in Rom übrigens! Außerdem hat er jahrelang als Psychiater gearbeitet!

Die Leiterin der Casa di Goethe, Maria Gazzetti, hat dieses “incontro romano” wieder mal locker und genial moderiert und zwischendurch immer auch noch hin und her übersetzt.

Christa Blenk

 

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