Archive for the 'Film' Category

Blog Highlights 2020

2020 hat sich – auch kulturell – anders präsentiert als die anderen Jahre. Ab März wurden Museen und Ausstellungen geschlossen, Konzerte und Opernaufführungen wurden entweder abgesagt oder mussten virtuell stattfinden. Einiges gibt es aber trotzdem zu berichten. Unser letzter Opernbesuch hat Ende Februar in Antwerpen stattgefunden. Abgesehen von ein paar Kulturspaziergängen oder Besuchen von Freilichtmuseen, basieren deswegen meine blog Highlights 2020 auf virtuellen Ereignissen!  

Hinter jedem Begriff in ROT verbirgt sich der link zum Artikel

 

Januar: Das erste Jahr in Brüssel ging für uns in der Brüsseler Oper zu Ende bzw. das Neue hat dort begonnen und zwar mit einer gewöhnungsbedürftigen Aufführung von Hoffmanns Erzählungen in der Monnaie. Mitte Januar sind wir mit dem Auto nach Paris gefahren, um bei der neuen Produktion von Opera Côté Choeur mit dabei zu sein. Dido und Aeneas gehört zu unseren Lieblingsopern und von Brüssel nach Paris ist es nicht weit und dafür lohnt sich so eine Reise allemal. Kroatien hat ihre sechs-monatige Ratspräsidentschaft mit einem gelungenen Konzert im Bozar mit Max Emanuel Cencic eingeleitet.  Deutschland hat Kroatien bei dieser Aufgabe am 1. Juli 2020 abgelöst, wusste aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass das eine mehr oder weniger virtuelle Präsidentschaft werden sollte. Die Premiere der Pariser  Produktion Orpheus und Euridice, die wir hier in Brüssel im UGC Kino im Rahmen des Programms « Viva l’Opera » gesehen haben,  fand schon 2018 in Paris  mit einer Starbesetzung statt. Der großartige französische Contertenor Philippe Jaroussky (sehr überzeugend auch schauspielerisch, allerdings fehlte es ihm manchmal an Tiefe) und Patricia Petibon (großartig, selbstbewusst und dramatisch) als Orpheus und Euridice. Den Amor sang Emőke Baráth. Das französische Lille ist von Brüssel nur knapp zwei Autostunden entfernt und hat eine gute Oper mit einem interessanten Programm. Ende Januar sind wir in diese schöne nordfranzösische Stadt gefahren, um die  Oper  Les Pecheurs de Perles”  zu sehen. Die Aufführung hat uns sehr gut gefallen und wir haben beschlossen, dies öfters zu tun. Passend dazu haben wir die Ausstellung  ”Degas in der Oper” besucht.

 

P1090772 Februar: Endlich war sie da: die lang erwartete und große Van Eyck Ausstellung in Gent. Da wir gleich am zweiten Tag hingefahren sind, konnten wir sie noch sehen – mit vielen weiteren Besuchern zwar, aber immerhin. Ein zweiter Besuch mit einer Freundin aus Berlin fiel dann schon Corona zum Opfer (Ausstellung sowie Besuch). Achterland war  Teil eines Ballettfestivals, das schon 2019 begann. Aufgeführt wurde es im Kaii-Theater Brüssel. Auch hier ahnten wir nicht, dass das vorerst die letzte Ballettaufführung 2020 sein würde! Mitte Februar sind wir (gottseidank) trotz  großem Sturm mit dem Zug nach Antwerpen gefahren, um die Oper Der Schmied von Gent zu sehen. Das war dann auch der letzte physische Opernbesuch in diesem Jahr.  Aus der Oper Lüttich haben wir – auch im UGC Kino - Nozze di Figaro gesehen. Divina Mysteria: Im Rahmen des Bach Heritage Festival 2020 kam am 7. Februar die katalanische Theatergruppe La Fura dels Baus nach Brüssel. Im Kammermusiksaal des Palais des Beaux-Arts führten sie die Bauernkantate (BVW 212) auf. Und wie bei dieser Gruppe nicht anders zu erwarten, hat sie sich natürlich nicht nur auf Bach beschränkt. Eher durch Zufall haben wir Mitte Februar im Ungarischen Kulturinstitut ein unglaublich schönes und  beeindruckendes Klarinettenkonzert zu hören bekommen. Der Klarinettist Bence Szepesi verzauberte mit seinen Masterclass-Schülern das Publikum  beim diesjährigen Abschlußkonzert. Dass man Kunst auch genießen kann wenn es nicht die Originale sind, zeigte eine Ausstellung Mitte Februar Raffaello – und exposizione impossibile.

 

 Jugendstil-Gemüse März: Dieses Gemüse rechts hat es in den Brüsseler Jugendstil geschafft und ist immer wieder in Zeichnungen oder Verzierungen zu finden. Bevor der totale lockdown uns ins Haus verbannt hat, haben wir noch schnell einen Jugendstilspaziergang durch die Europäische Hauptstadt unternommen. Ich habe auch eine Serie begonnen “work in progress” der Brüsseler Stadtteile.
Weil ja Ausstellungsbesuche nicht mehr möglich waren, habe ich für Kultura Extra eine Reihe mit “Werkbetrachtungen angefangen. Sie hat mit der Apocalypse von Anger begonnen. Social Distancing wird das neue Schlagwort und Lebenskonzept und das erklärt am besten ein Bild von  Edward Hopper. Wie eine Quarantäne in der Renaissance ausgesehen hat, können  Sie hier lesen.

 

 April: Der sehr interessante, spanische Künstler, Gerardo Aparicio, hat sich mit seinen letzten und neuesten Zeichnungen auch Corona und seinen Auswirkungen gewidmet: Hier zwei Beispiele. Der Isenheimer Alter ist ein Wandelaltar, der in Colmar im Museum Unterlinden zu sehen ist. Hier kann man darüber lesen:  Isenheimer Altars.
Christus am Kreuz  des spanischen Malers Goya ist ein Osterbild. Goya ist sowieso einer meiner Lieblingsmaler. Hier geht es zu den  Capriccios im Madrider Prado, der übrigens eine ganz ausgezeichnete online-Präsenz hat. Meine 10 Lieblingsbilder im Prado verbergen sich hinter diesem link.
Einen kulturellen (virtuellen) Spaziergang durch den Zauberwald Bomarzo gibt es hier zu lesen. Das Madrider Museo Sorolla ist weniger bekannt aber durchaus – auch virtuell – sehenswert. Das Frankfurter Städel hat schon vor Corona sehr viel dafür getan, die unterschiedlichen Kunstepochen virtuell zu präsentieren.  Apollo und Daphne ist eine der schönsten Bernini-Skulpturengruppe, die in der Galeria Borghese in Rom zu sehen ist.

Im livestream aus der New Yorker MET hat uns  The mother of us all sehr beeindruckt. Zur Musik von Virgil Thompson hat Gertrude Stein das Libretto geschrieben.

 

stühle parlament  Zum 1. Mai habe ich mich mit einem Bild des eher unbekannten italienischen Malers Volpeda auseinander gesetzt. Der Vierte Stand beschreibt das Leben in Italien um die Jahrhundertwende.  Im Mai konnten wir ja immer noch nichts unternehmen und deshalb  habe ich eine Sparte auf dem blog eingerichtet mit Kochen in Corona-Zeiten. Die Werkbetrachtung zu dem Bild von  George Grosz im Mai war Stützen der Gesellschaft. Für Brettspiele haben wir ja auch wieder viel Zeit. Die Drei Schwestern beim Schachspiel ist ein bezauberndes Bild der italienischen Malerin Sofonisba Anguisola. Und im Zehlendorfer Wohnzimmer wurden virtuell die Konzerte wieder aufgenommen. Wer Lust auf mehr Konzerte aus dem Wohnzimmer aus der Zeit 2017-2019 hat, kann sie hier alle nachlesen. 

 

Dolmen Im Juni wurden die strikten Auflagen auch in Belgien etwas gelockert und die Grenzen zu Frankreich wieder geöffnet. Wir konnten ein paar Tage an den Atlantik fahren und haben die Steinreihen von Carnac besucht. Das zweite virtuelle Zehlendorfer Hauskonzert  fand im Juni statt. Madame Cezanne im roten Kleid war eine Juni Werkbetrachtung. Die interessanten Fresken von Tiepolo in Nürnberg sind hier zu lesen:  Besuch zum Nürnberger Treppenfresko.

 

Besenheide JuliKalmhoutse Heide - diesen Naturpark haben wir im Juli besucht und uns vorgenommen, im Herbst nochmals hinzufahren.      Blue and Green Music von Georgia O’Keffee ist ein Bild, das Töne und Farben verbindet. Eine weitere Bildbeschreibung war der Abschied von August Macke.

 

uch im August konnten wir ohne Probleme die Grenze überschreiten und haben nochmals ein paar Tage in der Vendée verbracht. Beim Zurückkommen mussten wir dann das Passenger Locator Formular ausfüllen und ein neuer lockdown lag schon in der Luft. Leider ist das Festival in Thiré für uns aber ins Wasser gefallen. An Werkbetrachtungen gibt es einen Feuerbach, Turner und die Toteninsel von Böcklin.

Angelika Kauffmann war eine Künstlerin, die  damals komplett aus der Reihe tanzte.

 

 

September: Wieder zurück in Brüssel sind auch die Vorschriften  strenger geworden und der Herbst kündigt sich an.  Eine Beschreibung von  Menzels Flötenkonzert findet man hier   Wir haben die Fondation La Hulpe besucht mit dem großartigen Park und an der Nordseeküste das Museum Delveaux. Beeindruckend ist auch das Freilichtmuseum Sart Tilman in Lüttich, vor allem mit zeitgenössischen Installationen – meist mitten im Wald.

 

Im Oktober endlich wieder ein wenig Theater. Die französische Theatergruppe hatte schon im Frühjahr viel Erfolg mit einen Stück, das für Außen konzipiert wurde.    C-O-N-T-A-C-T  fand  auch in Brüssel viel Aufmerksamkeit. Marie Laurencin ist eine heute eher unbekannte Malerin. In den Bild Apollinaire und seine Freunde hat sie gut ihre Zeit festgehalten. Das Goethe Institut hat am 3. Oktober  Die verschwindende Wand auf die Brüsseler Grand Place geholt.

Freilichtmuseum Brüssel ist ein Artikel über die Skulpturen – hauptsächlich aus dem 19. Jahrhundert – auf die man in Brüssel überall trifft. Ausführlicher bin ich in einem Buch darauf eingegangen.

 

Pünktlich zu den Wahlen im November in den USA habe ich mich mit dem Bild von Grant Wood  American Gothic auseinander gesetzt. Mehr braucht man gar nicht, um die Situation zu verstehen! Aber mehr Erfolg auf dem blog hatte die Ophelia von Millais. Ansonsten war der Herbst oft sonnig und hat zu Spaziergängen eingeladen. Hier ein paar Fotos zum Erholen – Brüsseler Herbstromantik in Sepia.

 

Im Dezember haben wir den schönen Park Solvay am Brüsseler Stadtrand besucht. Dort steht ein  riesiger Olmeken-Kopf. Brüssel hat als Stadt nicht wirklich einen guten Ruf und das Wetter ist meist grau. Aber diese Stadt ist von gigantischen Wäldern und üppiger Vegatation umgeben, sie hat im wahrsten Sinne des Wortes einen grünen Gürtel. Ansonsten gibt es hier die Werkbetrachtung von Caspar David Friedrichs Gemälde “Das Eismeer”. Passend zur winterlichten Weihnachtszeit kommt hier Bruegels Volkszählung in Bethlehem. Bruegel hat sich das Marollen-Viertel als Vorbild genommen und man sieht sogar ein wenig der alten Stadtmauer.  Schnee allerdings muss man heutzutage lange suchen in Flandern (oder Brüssel). Und stellvertretend für ein Feuerwerk: Van Goghs Sternennacht in Arles.

Wer wissen will, was alles nicht geht dieses Jahr:  hier ein paar Sitten und Gebräuche aus anderen Ländern

 

Es bleibt zu hoffen, dass 2021 wieder ein wenig Normalität mit sich bringt.

Frohe Feiertage und Alles Gute!

Tunnelmalerei in Les Marolles

Christa Blenk  

 

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Blog highlights 2019

Das Jahr 2019 hat – außer vielen Kunst- und Kulturhighlights – auch einen Umzug von Berlin nach Brüssel mit sich gebracht. Die Musikszene von Berlin wird sich in der europäischen Hauptstadt zwar nicht wiederholen, aber was Kunst anbelangt, kann die belgische Hauptstadt oder die Stadt der Surrealisten mehr als mithalten.

Hinter dem jeweiligen Titel liegt der link zum Artikel.

 

P1060800 Aber zurück zum kalten Januar in Berlin. Gleich zu Beginn des Jahres brachte die Deutsche Oper Berlin die wunderbare Inszenierung von 2009 von Katharina Thalbach von Rossinis “Der Barbier von Sevilla”. Witzig, spritzig, südländisch und sehr amüsant, hat diese Produktion in 10 Jahren nichts an Frische verloren.

WinterIm Februar spielte die DOB eine weitere bewährte Alt-Produktion, nämlich den Tannhäuser von Kirsten Harms. Bei der 46. Aufführung seit der Premiere 2008 mutierte Allison Oakes von einer Botticelli-Venus zur keusch-heilige Elisabeth mit Bravour und unglaublicher Leichtigkeit und Überzeugungskraft. Die Staatsoper Berlin trumpfte mit einem zeitgenössischen Opern-Highlight auf. Bei Violetter Schnee spielte – wie kann es anders sein – Schnee die Hauptrolle. Mit Lederhosen, Reifröcken, Rettungswesten, Federboas und eine Weltkugel gingen die Protagonisten in der Komischen Oper Berlin zu Bernsteins Candide auf die Suche nach der “Besten aller möglichen Welten“ . Die junge Künstlerin Nadine Ajsin malt die Welt mit bunten Lebensmittelfarben und stellte ihre Arbeiten in einer Berliner Galerie aus.

Wald Niederbayern Sich im Wald verlaufen zu haben scheinen die Sänger in Claus Guths Don Giovanni. In dieser Produktion für die Salzburger Festspiele 2008 sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr …. Vom Wald an die Küste ging es mit dem Franz Trio zu Gast bei den Zehlendorfer Hauskonzerten. Jean Cras beschreibt mit seiner Musik Seemannsgarn und Landabenteuer. Diese Wohnzimmerkonzerte brachten im Verlauf des ersten Halbjahres noch viele weitere Schmankerl zustande wie im März einen Klavierabend mit Ekaterine Khvedelidze  oder im Mai der Auftritt des  Noga Quartetts. Einen großartigen Konzertabend bescherte der Kanadier Yannik Nézet-Séguin dem Publikum in der Philharmonie mit einem russisch-französischen Programm. Die DOB brachte Eugen Onegin auf die Bühne, eine Produktion von Götz Friedrich, die schon 23 Jahre alt ist.

Eisschmelze Im Rahmen des Stravinsky Festivals fand in der Staatsoper eine interessante Aufführung von  “L’Histoire du soldat” statt. Musikalisch überhaupt sehr intensiv dieser März. Jörg Widmanns Babylon spielte in der Staatsoper und Zemlinskys  Zwerg in der DOB. Einen großartigen Auftritt legte Ian Bostridge im Pierre Boulez-Saal hin und kurz darauf wirbelte Simone Kermes durch den Barock und die Philharmonie.

Im Pariser Petit Palais wurde ausführlich der belgische Surrealist Fernand Khnopff vorgestellt, während die Berliner Gemäldegalerie die beiden Renaissance-Maler Mantegna und Bellini miteinander verglich. Die Ausstellung war vor Berlin in London zu sehen.

P1080072 Im April ging es nach Stuttgart zu Henzes Prinz von Homburg und kurz vorher nach Madrid in den Prado. Dort wurden Giacometti-Skulpturen mit Velazquez-Bildern zusammengebracht – mit Erfolg. Richtig große Ausstellungen wie sie Paris oder London aufstellt, werden in Berlin eher vermisst! Hier greift man immer gerne wieder auf schon Bekanntes zurück. Im Hamburger Bahnhof wurde E  kritisch unter die Lupe genommen und im Brücke-Museum die Brücke-Künstler.

char à voile A Sea Symphonie und Oceane von Detlev Glanert standen im Mai auf den Spielplänen der Berliner Bühnen. Dazwischen turnte – in einer großartigen Death Comedy Show im BKA Theater in Berlin – ein zeitloser Sensenmann mit seiner Praktikantin über die Bühne, während die Komische Oper in Berlin  M – eine Stadt sucht einen Mörder aufführte.

Ende Mai haben wir in Wilmersdorf eine ausgezeichnete Aufführung von Purcells Dido und Aeneas gehört.

P1070702 Im Juni war die  Interpretation von Sascha Waltz’ Sacre zu sehen. Diese Produktion feierte 2013 in Paris den 100. Geburtstag von Strawinskys „Sacre du printemps“.  Allerdings bleibt Waltz doch sehr weit hinter Pina Bauschs Choreografie zurück. (Hier eine Besprechung aus dem Teatro San Carlo vor ein paar Jahren).

waldherz Die Wiederaufnahme einer wunderbaren Produktion des „Rosenkavaliers“ hat im Juli die Saison der Komischen Oper abgeschlossen. Andreas Homoki hat dieses Meisterwerk der Operngeschichte 2006 entwickelt. 2013 wurde es erneut auf den Spielplan genommen und dieses Frühjahr nochmals viermal aufgeführt.  Bei der 42. Aufführung seit der Premiere am 8. Juni war das Haus fast voll.

Im Bröhan Museum gab es die Ausstellung Skandal! Mythos! Moderne!.

P1330652 Im August fand der Umzug statt, dann ging es in den Urlaub an den Atlantik (in die Vendee)Dort gibt es außer köstlichem Salz auch das Festival in Thiré im Garten von William Christie. Abends wurde in der Kirche von Thiré  die arkadische Schäferkantate « Aminta e Fillide » aufgeführt. Hier geht es um eine Nymphe, die auf einen jungen Bauern trifft, der sich in sie verliebt. Die abwechslungsreiche Kantate beschreibt die Schwierigkeiten der Beiden, zueinander zu finden.

… und dann kam Brüssel!

Wei Wei Der erste kulturelle Ausflug in Belgien führte uns nach Antwerpen in das sagenhafte Middelheim Museum  Antwerpen. Stundenlang kann man hier durch einen Traumgarten spazieren und nebenbei Skulpturen aus über 100 Jahren besuchen. Dieser Ort ist wirklich eine Reise wert!

P1350579 Der Oktober begann dann auch gleich mit zwei Welturaufführungen von zweitgenössichen Opern in der Brüsseler Monnaie. Zwei junge französische Komponisten komponierten  La silence des ombres und Macbeth Underworld. Bis jetzt kann sich das Brüsseler Opernleben auf jeden Fall sehen lassen. Aber auch Brügge zeigte sich gleich im Oktober von einer sehr interessanten Seite. Dort triumphierte Peter Eötvös mit der Oper Herzog Blaubart. Auf ungarisch gesungen mit flämischen Untertiteln! Was die Kunst anbelangt, konnten im Bozar-Museum Werke von Brancusi besichtigt werden und das Magritte Museum zeigt  immer noch eine großartige Ausstellung, bei der Dali und Magritte miteinander verglichen werden.

NDDM Im November haben wir in Paris eine sehr umfangreiche Ausstellung von Francis Bacon im Centre Pompidou gesehen und in Brüssel im Train World Museum eine wirklich sehenswerte Ausstellung des Surrealisten Paul Delvaux.  Die Monnaie setzte ihr interessantes Programm mit der Aufführung von Jeanne d’Arc au bûcher fort. Das Abonnement im Balsamine Theater hat sich auch schon gelohnt, zum Beispiel mit der Aufführung von George Kaplan (und hier geht es nicht um Hitchkock). Im November kam das Hamburger Ensemble Axensprung nach Brüssel mit ihrer neuen Produktion GIER – Weimar, die erhitzte Republik.

P1090426 - Kopie Der Dezember bringt Orangen und Mandarinen und eine Konzertreihe zu Ehren des polnischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg.   Der Gewinner des Förderpreises NRW, das Ensemble Repercussion, kam Mitte Dezember zum ersten Mal nach Brüssel und begeisterte mit ihrer sehr gekonnten Percussions-Performance das Publikum. Kurz vor Weihnachten haben wir die große Keith Haring Ausstellung im Bozar gesehen. Sie geht noch bis Mitte April 2020.

Außerdem habe ich – als work in progress – eine Seite mit “Stolpersteine in Belgien”  angelegt. Die Brüsseler Gemeinden werden ebenfalls ins neue Jahr mitwandern, bis alle behandelt sind.

Sehr gut gefallen hat mir der neue  Opernfestspiele- und Festivalführer Merian . Eine weibliche Robinson Crusoe ist die Ich-Erzählerin in dem Buch  Die Wand” von Marlen Haushofer.

Mit einer Bilder-Reise in den Languedoc! wünsche ich Allen Leserinnen und Lesern 

Alles Gute für 2020 !

 P1030628

Christa Blenk

 

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Und wer möchte, kann hier die blog Highlights aus früheren Jahren nachlesen oder darin stöbern.

Highlights 2018

Highlights 2017

Highlights 2016

Highlights 2015

Highlights 2014

Highlights 2013

Highlights 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

Wie schon in den vergangenen Jahren kommt hier ein Rückblick auf die kulturellen Highlights 2018 in Berlin und anderswo.

Begleitet und illustriert werden die Berichte dieses Mal von Fotos der französischen Atlantikküste.

 

vendee2 (1)
 Le Gois 

 

Mehr als 300.000 Menschen von Berlin bis Neuseeland haben Barrie Koskys amüsant-absurde und gewöhnungsbedürftige Produktion für die Komische Oper von Mozarts Zauberflöte in der Inszenierung der britischen Theatergruppe 1927 gesehen und diese Mischung  aus Zeichentrick- und Action-Stummfilm meist gemocht, obwohl sie Mozarts große Oper auch ein wenig verrät!   2017 war von dieser Gruppe Petruschka hier in Berlin auf der Bühne zu erleben.

Entdeckt hatten wir die Zehlerdorfer Hauskonzerte schon 2017. Aber auch im vergangenen Jahr brachte die Hausherrin von der Glasharfe bis zu Schubert ganz unterschiedliche Künstler zu sich in das musikalische Wohnzimmer und überraschte das Publikum mit ihrem Programm immer wieder.

 

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Bildhauerinnen der Moderne war der Titel  einer Ausstellung im Kolbe Museum, welches immer wieder die spannendsten Kombinationen in den schönen Ausstellungsräumen am Berliner Stadtrand zusammenstellt. Die  Ausstellung Zarte Männer in der Skulptur der Moderne läuft noch bis Februar 2019. Die Ausstellungsszene in Berlin ist ja sonst eher mager und das Angebot an Ausstellungen ist sehr verbesserungsfähig. Das Bröhan Museum brachte im ersten Halbjahr eine Sammelausstellung “Berliner Realismus” und nach dem Sommer eine Schau über  Georg Grosz  - beides durchaus erwähnenswert. Der Hamburger Bahnhof versuchte mit einer kleinen Ausstellung über Otto Müller  das Fehlen (Umbau immer noch nicht fertig) der Neuen Nationalgalerie aufzufangen. Diese Ausstellung läuft noch bis März 2019. Erwähnenswert auf jeden Fall die Ausstellung Leben ist Glühn mit Bildern des deutschen Expressionisten Fritz Ascher (1893-1970), die in der Berliner Villa Oppenheim und im Museum Potsdam zu sehen waren.

Ansonsten ist hier das Portrait über die Künstlerin Schirin Fatemi für KULTURA EXTRA zu lesen und ein langer Bericht über eine großartige Ausstellung im Grand Palais in Paris über Kupka.

„Banned Art“ sollte die Ausstellung, die 1938 in London als Antwort auf die Ausstellung „Entartete Kunst“ in München organisiert wurde, ursprünglich heißen. Um ihr aber das Politische zu nehmen, nannte man sie schließlich nur  « Twentieth Century German Art« . Angeblich sollen über 300 Exponate für diese Schau nach London geschickt worden sein. Gezeigt werden konnten  – aus Platzgründen – schließlich nur 270 Werke. Eine so große und bedeutende Ausstellung deutscher moderner Kunst  hatte es bis dahin in England noch nicht gegeben. Die Villa Liebermann am Wannsee hat mit sehr viel weniger Werken aber guten Texten, die Ausstellung nochmals aufleben lassen.

 

Vendée2013-März 430

 

Mit Das Wunder der Heliane und Die tote Stadt  gab es von dem in Österreich geborenen Komponisten Erich Wolfgang Korngold  gleich zwei sehenswerte Produktionen in Berlin. Korngold ist aber heutzutage vor allem wegen seiner vielen Preise für Filmmusik in Hollywood bekannt.

Aus der Begegnung im Jahre 2009 von Robert Wilson und Arvo Pärt im päpstlichen Wartesaal in Rom ist Adams Passion entstanden. Nacho Duato war 2018 schon auf dem Sprung das Staatsballett vorzeitig zu verlassen. In der Komischen Oper wurde nochmals eine seiner besten Produktionen “Herrumbre” aufgeführt.

Abgelöst wurde er im Sommer 2018 von Johannes Öhmann. Sasha Waltz wird in diesem Jahr die Ko-Direktion übernehmen. Öhmann Einstieg hätte besser nicht sein können mit der Doppelproduktion Celis – Eyal. Rauschender Applaus und viel Vorfreude auf Zukünftiges – vor allem von Eyal!

 

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Die Premiere von Benjamin Britten « The turn of the screw  fand schon vor fünf Jahren in der Staatsoper statt und kann seitdem immer wieder das Haus füllen. Britten komponierte die Oper 1954  nach einer Erzählung von Henry James. Hans Werner Henze fühlte sich ein wenig als kleiner Bruder von Britten. Ein großartiges Erlebnis im Herbst war die Aufführung von Hans Werner Henzes  Werk “El Cimarron” in Gelsenkirchen in einer Produktion von Michael Kerstan, das im Rahmen der Konzertreihe „Musik erzählt von Freiheit“  im Kulturraum Die Flora in Gelsenkirchen aufgeführt wurde. Diese Reise von Berlin ins Ruhrgebiet hat sich allemal gelohnt.

Im März verzauberte das Freiburger Barockorchester mit Pergolesis Intermezzo la serva padrona“ das Berliner Publikum. Passend dazu gab es in der Fenice in Venedig “I tre Gobbi” - Commedia dell’arte pur. Auch Rossini liebte es, sich bei der Commedia dell’arte zu bedienen und das hat Katharina Thalbach mit dem Barbier von Sevilla sehr ernst genommen.  Der Theaterregisseur Jan Bosse legte mit Rossinis « Il viaggio a Reims » in der Deutschen Oper eine Punktlandung, bei der fast alles stimmte, hin. Eine geniale Interpretation des Wartens!

 

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 Austernsteg in der Vendee

Aber um Warten ging es auch bei Salvatore Sciarrinos neuer Oper Ti vedo ti sento mi perdo” . Harrte man aber in Reims geduldig aus, um endlich von einem Ort wegzukommen, so lässt Sciarrino die Künstler während der Generalprobe einer Stradella-Oper im Palazzo Colonna  auf den Maestro selber warten.

Auf eine eine Heimweh-Reise schickte uns der argentinische Komponist und Bandeonist Daniel Pacitti mit einem gelungenen Konzert in der Philharmonie Viaggio in Argentina”. Im Vorjahr brachte er das Luther Oratorium “Wir sind Bettler” als Auftragsarbeit auf die Bühne.

Die Neuköllner Oper enttäuscht eigentlich nie. Mit  “Welcome to Hell”  hat sie den umstrittenen G 20 Gipfel von Hamburg aufgearbeitet und mit Wolfskinder  das Humperdinck Märchen Hänsel und Gretel neu erzählt. Das Original dieser Kinder-Erwachsenen Oper wurde im pünktlich zur Weihnachtszeit und alle Jahre wieder in der Staatsoper aufgeführt. Eine weitere beeindruckende Produktion war Kreneks Oper Der Diktator.

 

Vendée2013-März 112

 

Olafur Eliasson ließ erboste Götter und nachtragende Frauen über einen Star Wars Himmel donnern und zauberte so ein modernes Versailles für Rameaus Hippolythe et Aricie. Ein französisches Opern Pasticcio präsentierte mit “Les beaux jours de l’amour” (die schönen Tage der Liebe) der französische Dirigent Raphael Pichon mit einem Programm aus Opern von Rameau und Gluck .

Den 200. Geburtstag von Jacques Offenbach (1819 – 1880) feierte die Komische Oper mit einer neuen Produktion der Oper „Blaubart“ . Stefan Herheim führte Regie und versuchte, die Kult-Inszenierung von Felsensteins wieder aufleben zu lassen, die  zwischen 1963 und 1992 knapp 400 Mal zur Aufführung kam.

 

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 Salzland

Marie Bäumer spielt Romy Schneider bei einem Kurzaufenthalt in der Bretagne. Drei Tage in Quiberon heisst das Opus. Auch der Film Transit spielt in Frankreich, aber während des Krieges, und diese Zeit ist auch Protagonist bei dem sehr gelungenen Film Der Trafikant.  Ballon basiert auf einer wahren Begebenheit und kam Ende September 2018 in die deutschen Kinos. Sechs Jahre hat der Regisseur und Produzent Michael Herbig daran gearbeitet und mit einzelnen Familienmitgliedern oder Hauptprotagonisten gesprochen. Der Film beschreibt die Flucht 1979  in einem selbst gebauten Heißluftballon von  der DDR in den Westen: an Bord die Familien Strelzyk und Wetzel.

Die Beelitzer Heilstätten animieren dazu, erneut den Zauberberg zu lesen. Ein Besuch über die Glienicker Brücke zur Villa Schöningen hingegen bringt den Spion der aus der Kälte kam wieder auf den Nachttisch. Wer Thomas Mann und John le Carre aber nicht mehr lesen mag, kann sich mit der Hauptstadt  von Robert Menasse vergnügen, hier wird die Europa-Hauptstadt Brüssel aufs Korn genommen.

In der Villa Schönigen waren 2018 übrigens auch die Kostüme für den Bayreuther Lohengrin zu sehen, die das Künstlerpaar Rosa Loy & Neo Rauch entworfen hatte.

Leo Janácek hat sich mit seinem Spätwerk „Die Sache Makropulosmit dem Thema “Alt werden oder Jung bleiben müssen” befasst, beeindruckt und inspiriert von einem damals ganz neuen Theaterstück von Karel Capek

Michael Thalheimer hat Brechts „Kaukasischen Kreidekreis“ am Berliner Ensemble, mit großartigen Darstellern  inszeniert und minimalisiert. So ganz ohne Bühnenbild und viel Elektro-Guitarre.  Beeindruckend auch Karin Henkels  geschlechterlose Interpretation der Drei Schwestern.

Zum Dezember gehört auch das Weihnachtsoratorium  und besinnliche Kirchenkonzerte wie sie sie zum Beispiel die  Gemeinde der Sophienkirche organisiert.

 

vendee2 (16)

 

Dies ist nur eine Auswahl unter vielen anderen Artikeln und Beobachtungen! Und jetzt kann das neue Jahr mit vielen neuen Ausstellungen und Musikveranstaltungen beginnen.

Alles Gute!

cmb

Fotos (c) Christa Blenk

hier die links zu den blog-Highlights der vergangenen Jahre

Highlights 2017

Highlights 2016

Highlights 2015

Highlights 2014

 

 

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Blog Highlights 2017

Liebe Leserinnen und Leser,

Hier sind nochmals die kulturellen Highlights der letzten 12 Monate nachzulesen, Verbindungen werden hergestellt und Brücken gebaut – wie es nur Musik und Kunst fertig bringen. Dieses Jahr wird der Übergang von einem Kulturevent zum anderen über eine venezianische Brücke von statten gehen. Es geht deshalb auch nicht immer chronologisch zu auf dieser Reise durch 2017!

P1060051 Avanti Avanti. Mit einem spritzigen Silvesterkonzert in der Komischen Oper fing das kulturelle Jahr 2017 an. Max Hopp rollte Volare Volare singend (und tanzend) mit der Vespa (aber nicht mit dieser – diese habe ich auf der Biennale in Venedig entdeckt) auf die Bühne – jedenfalls hatte er das vor … aber lesen Sie selber.

Brücke ohne Geländer Tanzend ging es auch gleich weiter mit den Tanztagen in Berlin . Surrealistisch und perfekt. Duato Shechter gab es in der Komischen Oper. Großartig war auch eine Aufführung des Nederlands Dans Theaters Anfang Dezember.

venezia3  Die Kriminellen der Frau A   war ein ausgesprochen packendes Erlebnis zwischen Theater, Kunst und Musik. Die Oper Ovartaci crazy, queer & loveable ist ein work in progress und erzählt Abschnitte aus Ovartacis Leben. Wir freuen uns schon auf den nächsten Teil!

P1050886 Viel klassische und konventionelle Oper gab es natürlich auch. Hervorzuheben  Salomé in der Deutschen Oper, eine großartige Aufführung von Purcells King Arthur. Abwechselnd zwischen Staatsoper, Komischer Oper und Deutscher Oper gibt es Berichte über  Petruschka, Hoffmanns Erzählungen, Don Giovanni, Der fliegende Holländer, Jacob Lenz, Elektra , La damnation de Faust oder Lohengrin. Sehr zu empfehlen hier Philipp Glass’ Satyagraha  in der Komischen Oper und L’Invisible von Aribert Reimann in der DO. Nicht sehr überzeugend und ein wenig langweilig war Tod in Venedig.

P1050884 Das Georg Kolbe Museum hat gleich drei großartige Ausstellungen in den eher armen Berliner Ausstellungshimmel geschossen. Georg Kolbe im Netzwerk der Moderne , eine umfassende Recherche über Flechtheim und kurz vor Jahresende Emil Cimiotti. Dazu passte perfekt die Ausstellung über Rudolf Belling.

P1050881 Hannover  hat außer einer ziemlich guten Oper auch noch viel Kunst zu bieten. Auf der Skulpturenmeile trifft man auf viele Bildhauer des 20. Jahrhunderts aber natürlich hat sich die Reise schon gelohnt, um dort Hans Werner Henzes Englische Katze”  zu sehen. Später im Jahr wurde dann auch die Oper LOT  von Giorgio Battistelli dort aufgeführt. In der Ausstellung Manifesto spielt Cate Blanchet 13 verschiedene Rollen. Diese Ausstellung ging durch alle wichtigen europäischen Museen.

1 Das Pariser Centre Pompidou ist immer einen Abstecher wert. Die jeweiligen Restrospektiven über Cy Twombly und David Hockney haben das wieder bewiesen. Jean Noel Pettit hat Cy Twombly ins Französische  übersetzt.

P1050882  Und wieder über eine Brücke und es geht ins Theater. Davon hat Berlin auch genug. Jeanne d’Arc in einem weißen Würfel im Gorki Theater, Wut  am Deutschen Theater, der gefräßige und feige König Ubu, eine enttäuschende Phädra und Caligula  am Berliner Ensemble mit Kettensägen und Wahnsinn.  Sehr gut The Situation im Gorki Theater und weniger gelungen Michel Houellebecq  Unterwerfung. Highlight war sicher die FAUST  Aufführung in der Volksbühne und der damit verbundene Abschied vom Theater-Wüterich Castorf. Kurz vor Jahresende war er dann Gast im Berliner Ensemble mit einer sehr freien Interpretation von Hugos Les Misérables.

P1050924 das wunderbare Ensemble Concerto Romano kennen wir schon aus Rom. 2017 konnten wir sie gleich zweimal in und um Berlin erleben. Einmal mit der herausragenden Aufführung Ad Arma Fideles beim Äquinox Festival und ein zweites Mal beim Göttinger Musikfestival.

P1050875 Aber jetzt wieder ein wenig Kunst. In der Biennale von Venedig hat mich am meisten die side show von Michelangelo Pistoletto interessiert. Er installierte seine Arbeiten in der Palladio-Umgebung.

Gut die Schau über Friedrich Kiesler im Gropius Bau oder die Präsentation von Jeanne Mammen in der Berlinischen Galerie. Im Hamburger Bahnhof war Hanne Darboven zu sehen und eine Entdeckung war  Jan Toorop. Ansonsten hat sich die Kunst in Berlin eher zurückgehalten.

P1050873 Jetzt mit einem großen Sprung über diese Brücke zur zeitgenössischen Musik. Hier ist das Festival Hofklang Anfang September hervorzuheben. Unerhörte Musik gibt es meistens am Dienstag im BKA. Korpus  oder e-werk waren u.a. zu Gast.  Ulrike Brand war auch in einer Performance Walls and Waves  in einer Kirche zu erleben.

P1050870 Überraschend eine Aufführung in der Ahlbecker Kirche auf Usedom von Pergolesis Stabat Mater. Usedom war sonst eher enttäuschend, aber gelohnt hat sich auf jeden Fall ein Besuch im Museum von Otto Niemeyer-Holstein. In dem Artikel zwischen Ostsee und Achterwasser  ist es beschrieben.

P1050850 Und über diese Brücke kommen wir zur Orgel und zu der Orgel-Ikone Matthias Eisenberg. Später im Jahr – zu Luthers Geburtstag – reisten wir ihm nach Leipzig nach und daraus wurde ein musikalisches Leipzig-Wochenende. 

P1050826 Aber auch Robert Wilson beschäftigte sich mit Luther und seinem Jubiläum mit der etwas konfusen Aufführung “Luther dancing with the Gods im Pierre Boulez Saal. Kammermusik mit und ohne Worte und ein Auftritt des großartigen Klarinettisten Jörg Widmann sind ebenso beschrieben.

2 Auch der argentinische Komponist und Bandeonist mit italienischen Wurzeln Daniel Pacitti befasste sich mit Luther. Im Juli wurde in der Philharmonie sein Oratorium Wir sind Bettleruraufgeführt mit Roman Trekel in der Hauptrolle. Kennen gelernt allerdings haben wir Pacitti bei einer ganz anderen Gelegenheit, nämlich bei einem kreolischen Tangoabend in den Räumen der Freien Volksbühne.

P1050816 Bei einem wunderbaren Hauskonzert in Zehlendorf hat Pacitti seine dritte Seite präsentiert. Das zeitgenössische Stück mit Einflüssen aus seiner Heimat. La Cruz del Sur wurde von zwei virtuosen jungen Solisten (Klavier und Querflöte) vorgetragen. Ausgeklungen sind die Zehlendorfer Hauskonzerte mit Werken von  Franz Schubert.

P1050920 In der Kunst und Ausstellungshalle in Bonn gab es eine sehr gut zusammen gestellte Ausstellung von Ferdinand Hodler  und München befasste sich mit dem 19. Jahrhundert in der Ausstellung GUT WAHR SCHÖN . Diese beiden Artikel sind u.a. auch auf KULTURA EXTRA  erschienen.

P1050894 Der Sommer in der Vendee besteht nicht nur aus Palourdes sammeln oder Strandspaziergängen. In Thiré findet jedes Jahr das Festival “Dans le Jardin de William Christie” statt. Dieses Jahr Monteverdi  gewidmet. William Christie war auch im Dezember zu Gast in der Philharmonie mit einer fantastischen Aufführung von Monteverdis Selva spirituale e morale”. Aber auch die Staatsoper feierte den großen Monteverdi mit einer sehr schönen Aufführung von L’incoronazione di Poppea.

Auch die Neuköllner Oper widmete Monteverdi einen Abend – bei Combattimento x 2 geht es in den Wrestler Ring!

P1050850 In einen anderen Garten – nämlich in den von Guillermo Lledó - führte die diesjährige Madrid-Reise. “Plaza para un hombre solo” ist eine Skulptur und die Eröffnung dieser wurde ganz groß in seinem Garten in einem Madrider Vorort gefeiert mit Künstlern und Madrider Kunstwelt. Madrid ist eine Kunst-Stadt, ein wenig davon ist hier auch beschrieben: Mateo Mate, Rosa Barba, Franz Erhard Walter. Das Museo Reina Sofia hatte eine umfangreiche Ausstellung zu Picasso und Guernica organisiert. Piedad y terror en Picasso.

P1050892 der argentinische Künstler Nestor Boscoscuro lebt in Berlin und in Buenos Aires. Mit ihm wurde die Portrait-Serie für KULTURA EXTRA erweitert.

P1050877 Die Aufführungen der Neuköllner Oper lohnen sich ebenfalls immer und sind jedesmal überraschend und erfrischend. Unter anderem gab es dort Combattimento x 2, Fuck the Facts und eine sehr freie Interpretation der Bettleropera.

P1050948 Pellworm – wo ist das denn? Aber eine Reise dorthin lohnt schon deshalb, weil diese Ecke in der Nordsee eine Art Atlantis ist – umgeben von Mythen und Sagen.

P1050818 The future is female war der Titel einer Reihe von Aufführungen  in den Sophiensälen. HUMBUG  wurde durch OPERALAB aufgeführt, war sehr amüsant und führte in die Zirkuswelt. In Norway Today  waren die zukünftigen Sophies Rois oder Wuttkes dieser Welt zu sehen.

P1060047 Das Colombian Youth Orchestra erfand Strawinsky neu und das auch noch im Konzerthaus am Gendarmenmarkt  und Josep Pons dirigierte Ravel, Falla und ebenfalls Strawinsky.

P1050928Bei dem Buch Eine Sinfonie der Welt” geht es auch um Musik. Hier beschreibt Alexander Bertsch das Leben eines Komponisten in der Nazi-Zeit.  Ein schönes Buch!

Brücke ohne Geländer Hoch im Norden lebt der Dorfpoet  und macht sich über sich selber und die Welt lustig -  aber lesen Sie selber.

 

Einen Guten Rutsch mit Trauben, Linsen oder anderen Bräuchen  wünsche ich allen Leserinnen und Leser und ich freue mich auf Ihren Besuch im nächsten Jahr!

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Christa Blenk

 

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Blog Highlights 2016 : Musik und Kunst im Rückblick

cinema

 

Labyrinthe, Geburtstage, unheimliche Träume und Alpträume, eine Kirche in der Toscana, eine bretonische Insel, ein Atlantis in der Nordsee, eine Rhein-Reise, schräge Musik und andere, Tim Burton und Torten, Theater unterm Dach und Off Off, mexikanische Totentänze und römische Geschichte, zwar nicht postfaktische aber postidentische Zustände, ein Elch-Blues und ein Umzug …… und um noch viel mehr geht es in den Highlights 2016!

Aber sehen Sie selber.

 

Enzo Fililetti Mit einem außergewöhnlichen Konzert zum 111. Geburtstag von Giacinto Scelsi hat der Januar das neue Jahr eingeleitet. Das wunderbare kammermusikalische Hauskonzert in Anwesenheit der vier zeitgenössischen italienischen Komponisten, Giorgio Nottoli, Mauro Cardi, Giuseppe Silvi  und Michelangelo Lupone  fand in der  Scelsi Villa in Rom statt. Wir sind eher durch einen glücklichen Zufall darauf aufmerksam geworden. Der Saxophonist Enzo Filippetti (Foto) spielte u.a. Werke von Scelsi, aber auch von anderen zeitgenössischen Italienern. Was für ein Abend!

helenaerklärt Zerebrale Geoden, Pentagramme, Labyrinthe und primordiale Fruchtbarkeitssymbole stellte Helena Aikin im  Januar 2016 im Museum für populäre Kunst im Madrider Altstadtviertel La Latina in einer ehemaligen Corrala (dort wo vor 100 Jahren die Zarzuelas aufgeführt wurden) aus. Die Sammlung dieser faszinierenden Labyrinthe, die sie in den letzten Jahren gesammelt, konzipiert und nachgebaut hat wurde übrigens  später  im Jahr – ebenfalls mit großem Erfolg -  in der UNO in Genf gezeigt.

Abgesehen davon, dass sich Madrid schon deswegen lohnt weil dort die Künstler Cesar Borja, Gerardo Aparicio und Guillermo Lledo wohnen und es immer ein Vergnügen ist, ihre letzten Areiten zu entdecken, war er Ausflug in der Welt der Labyrinthe sehr spannend. Die Königin der Radierungen, Natividad Gutierrez, ist leider dieses Jahr verstorben. In Natis Werken vereinen sich auf der einen Seite die Vegetation ihrer Heimat, der Karibik, sowie ein Licht, das es nur in Madrid gibt.

In der Serie My Virtual Gallery gibt es außerdem Kurzportraits von vielen anderen Künstlern.

IngresEin Besuch im Prado darf natürlich bei einem Madrid-Aufenthalt nicht fehlen. Dort fand gerade eine sehr umfangreiche und sehenswerte Ausstellung von Ingres Gemälden statt.. Gegenüber auf der Madrider Museumsmeile, im Thyssen Museum, gab es eine umfangreiche Expo mit Gemälden von  Munch zu sehen.

P1280537Emma Dante, die wir im letzten Jahr mit Henzes Kurzoper Gisela in Palermo erlebt haben,  inszenierte eine Cenerentola und wie immer bei ihr ist man vollkommen perplex und überrascht. Diesmal waren die Kleider der Darsteller  mit kleinen Sahneschnittchen zu verwechseln.  Die Oper Rom hat Rossini aber noch ein zweites Mal  gehuldigt mit  einem sehr gewöhnungsbedürftigen Barbier von Sevilla in Form von Grusel-Ideen à la Tim Burton. Ausgezeichnete Sänger und viel Applaus. Vor 200 Jahren wurde Rossinis Barbier im Teatro Argentina in Rom uraufgeführt.

Die Oper Bonn hingegen glänzte mit einer witzigen Cosi fan tutte.

Traviata-Dorothée Lorthiois Auch mit großer Oper beschäftigte sich das französische Ensemble Opera Coté Choer in Paris. La Traviata, mutig und ganz anders. Brechend voll der Espace Pierre Cardin und es gab viele Vorhänge. Die Übersetzung von Jean-Noel Pettit folgt hier: La Traviata (version française).

 P1280710 Auch in Paris gab es eine Mammutausstellung von Anselm Kiefer im Centre Pompidou. Allein schon wegen dieser Schau hätte sich die Reise nach Paris gelohnt. Einfach großartig! Kiefer ist ein großartiger und einzigartiger Künstler, der immer ein wenig weiter geht als die anderen!

Ostia teatro Beeinflusst von Jean Cocteaus Antigone (so gesehen die Fortsetzung der Geschichte nach dem Ende von Ödipus), befasste sich der  große Igor Strawinsky zehn Jahre nach dem Sacre du Printemps-Skandal ebenfalls mit der griechischen Tragödie und arbeitete ab 1925 am Oedipus Rex.  Arien, Duette und Choreinlagen wechseln sich ab. Die Texte sind in Latein und die erklärenden Passagen wurden von einem Sprecher vorgetragen.

goethe-josefstiehler1828 Die Italienreise von Goethe ist vor 200 Jahren zum ersten Mal veröffentlicht worden (30 Jahre nach seiner Reise!). Die Casa di Goethe hat aus diesem Anlass eine Veranstaltung der Serie Incontri romani dem Geheimrat vom Corso gewidmet. Mario Fortunato und Jan Koneffke haben dazu aus ihren Geschichten über und für Goethe vorgelegen.  Unter diesem Motto haben noch viele andere interessante Abende dort stattgefunden.

Mit Rom und Italien beschäftigt sich auch die  Künstlerin Schirin Fatami. Sie lebt in Rom und in Hannover und man sieht es ihren Arbeiten an, wo sie entstanden sind.

image001 Der kolumbianische Maler Botero ist sehr bekannt aber längst  nicht Jedermanns Sache – auch meine nicht! Vor ein paar Jahren hat er sich nun den Kreuzweg Christi vorgenommen. Dieser war im Frühjahr im Palazzo delle Esposizione in Rom zu sehen. Botero via crucis

Paula Modersohn-Becker wurde im Frühjahr im Pariser Museum für Moderne Kunst gezeigt. Die ausgezeichnete Schau mit über 120 Bildern und Zeichnungen dokumentiert acht oder neun sehr intensive Jahre auf einem (vorzeitigen und rasenden) Weg in die Moderne. Die Briefe aus Paris an die Familie, an Ottos Eltern oder an ihren Mann Otto Modersohn, sind eine einzige Liebeserklärung an Paris.

P1300056 Einen Geburtstagswalzer, einen Tango und noch mehr gab es im österreichischen Kulturinstitut in Rom, welches schon einmal Hans-Werner Henzes 90. Geburtstag am 1. Juli vorfeierte. Das  Cimarrón Ensemble Duo , Christina Schorn und Ivan Mancinelli,  interpretierten u.a. Werke von Hans-Werner Henze (1926-2012), Luca Lombardi  (*1945) und Astor Piazzola (1921-1992).  Miriam Meghnagi hat im selben Kulturinstitut ein paar Wochen später  sehr bewegende Lieder aus Theresienstadt vorgetragen.

La sete di Christo
La sete di Christo ist eine CD des römischen Ensemble Concerto Romano und hat  Anfang Februar 2016 den klassischen Musikmarkt erneut um ein vor-barockes und seltenes Schmankerl bereicherte. Außerdem gab es später im Jahr eine glanzvolle Aufführung von Stradellas San Giovanni Battista, eine wunderbare barocke Preziose, die Stradella selbst wohl als sein bestes Werk bezeichnete. Kein Wunder also, dass Händel und die späteren Zeitgenossen stark beeindruckt waren und in diesem Stil weiter machten. Aber auch das Luther Reformationsjubiläum haben sie sich zum Thema gemacht und eine interessante CD herausgebracht. Klang der ewigen Stadt zu Luthers Zeiten.

Giovanni Battista Pergolesis (1710-1736) Stabat Mater gehört sicher zu den meist gespielten Kirchenmusikstücken überhaupt. Viele große Stars und Musikensembles haben es gesungen und gespielt und die Erwartungshaltung des Publikums ist dementsprechend groß. Concerto Italiano hat es im März aufgeführt und es gab keine Enttäuschung!

Symbolismus Anfang März hat es in Mailand zwei Tage ohne Unterbrechung geregnet und wir haben viel Zeit in Museen verbracht. Mit dabei natürlich das letzte Abendmahl (Cenacolo) und die Pieta Rondanini sowie eine  umfangreiche Ausstellung über den Symbolismus. Für die Ausstellung Alphonse Mucha war die Schlange zu lang, diese konnten wir aber ein paar Wochen später in Rom sehen.

Im April hat der große Pappano Tschaikowskys Fünfte und Strawinskys Psalmensymphonie im Auditorium dirigiert; sowie eine überarbeitete Fassung von Riccardo Panfilis l’Aurora probabilmente. Panfili hat dieses kurze, aber sehr heftige und aufregende Opus posthum dem großen deutschen Komponisten Hans-Werner Henze (1926-2012) gewidmet.

P1300463 Paola Romoli Venturi ist eine außergewöhnliche römische Künstlerin. Ihre happenings haben wir nie verpasst! Im April in Trastevere hat sie ihre neuesten Arbeiten präsentiert. Ad pineam - Licht und Wind kamen wie bestellt und ließen ihre zarten Tücher tanzen. Auch auf eine weitere Veranstaltung mit ihr und weiteren italienischen Künstlern möchte ich gerne hinweisen.  TraNsfusioni#4 (das ist die italienische Version)

P1300712 Der grüne Traum ist ein deutsch-italienisches Wanderprojekt, an dem sich Künstler, Musiker und Dichter beteiligen. Dieses Jahr waren das u.a. Silvia Stucky, Beate von Essen, Lello Torchia, Maria Semmer  und  viele andere  die in der bezaubernden Villa Gregoriana bei Tivoli ihre Arbeiten zwischen Ruinen und Vegetation installierten, die man bei einem Spaziergang durch den Park entdecken konnte.

Mit Natur befasste sich auch eine Ausstellung im Archäologischen Museum in Neapel. Mito e Natura behandelte Mensch und Natur anhand von umwerfenden Fresken von Lustgärten oder Episoden aus der griechischen Mythologie.

P1320594 Ein anderer Entdeckungspaziergang führte uns zum Lungotevere, wo sich William Kentrich mit seinen Mammutfresken  “Triumphs and Laments” verewigte.  In sechs Monaten hat der südafrikanische Künstler und Theatermann William Kentridge auf über 500 Meter am Tiberufer zwischen Ponte Sisto und Ponte Mazzini (Piazza Tevere) die Geschichte Roms in 80 übergroßen Figuren wild durch die Jahrhunderte portraitiert. Später, im Sommer in Berlin, gab es passend dazu die Ausstellung No it is im Gropius Bau.

Mit dem Rhein hat sich sich eine Ausstellung in Bonn beschäftigt. Eine europäische Flußbiografie hat die Bundeskunsthalle aufgezeichnet und der Besucher  reist von der Quelle bis zur Nordseemündung dieses stolzes Stromes.

fff Das Fast Fortward Festival fand dieses Jahr zum ersten Mal statt. Zeitgenössische Musik wurde hier zwei Wochen lang aufs intensivste aufgeführt und präsentiert – in allen bedeutenden Theatern Roms. Eröffnet wurde es mit Heiner Goebbels Schwarz auf Weiß  das  er vor über 20 Jahren für und mit dem Ensemble Modern konzipierte. Deshalb kann es auch nur von diesem Orchester aufgeführt werden.  Bis jetzt kam es ca. 100 Mal zur Aufführung u.a. in Berlin, Brüssel. Dresden, Paris, Sevilla, Luzern, Taipeh, Moskau, Wien, Prag, München und Salzburg und fast alle Beteiligten sind schon seit der Uraufführung 1996 im Frankfurter Bockenheimer Depot mit dabei. Es ist Nacht und die Sieben sitzen in einem hohen Saale in der Stadt Ptolemais. Es wird zwar nicht extra erwähnt, aber wir wissen es trotzdem: sie können nicht entkommen, sie sind isoliert. Einer von ihnen, der junge Zoilus, ist schon tot.

Proserpina von Wolfgang Rihms war ebenfalls Teil dieses Festivals. Rihm kam extra dafür nach Rom und begleitete diesen großartigen Ausklang des ersten aber schon recht erfolgreichen Festivals. Hoffentlich wird es weitergehen.

P1320737 Die Stipendiatin der Casa Baldi in Olevano Romano, Antonia Low, präsentierte im Frühjahr im Palazzo Altemps in Rom ihre Installation « Status of Lost Imagery ». Hierbei ging es um die Bombardierung des Palmyra-Museum. Low hat ein Zeitungsfoto von der Verwüstung des archäologischen Museums vergrößert und dieses gepixelte Bild auf Stoff gedruckt.  Mit Schutzschuhen durfte  man die Ruinen betreten, das heisst sich über und in  ihnen bewegen. Spannende Ruinenbegehung!

Isabella Ambrosini hat mit dem Orchestra Roma Tre im Mai die  Cavalleria Rusticana im Palladium aufgeführt. Dieser Artikel ist in italienischer Sprache. 

P1000187 Dido und Aeneas in Montepulciano  war eines der großen Ereignisse oder vielleicht sogar das Hauptereignis dieses Jahr beim Cantiere in Montepulciano. Regie führte  Michael Kerstan. Mit wenig Mitteln und ausgezeichneten Solisten, unterstützt von einem perfekten Chor und dem diskreten Modus Ensemble Roma unter Mauro Marchetti, haben die Protagonisten das Publikum im Tempio di San Biagio – der übrigens auf einen Bauplan von Bramante zurückgeht und ein perfektes Beispiel einer römischen Basilika ist – regelrecht verzaubert.

Und dann hieß es:

Addio Roma (hinter den links verbergen sich drei Rom-Spaziergänge)

mauer in Rombernini-vierstromebrunnen11201171_448806971964877_8353486730606813120_n

und Hallo Berlin

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Hier hat  uns nicht nur italienische Sonne empfangen sondern auch eine  Velazquez Ausstellung!

 

csm_42_ESDO_Katalog_b88a2f60afEl Siglo de Oro. Die Ära Velázquez – Dunkel und furchterregend ist sie, die Malerei dieses Goldenen Zeitalters in dem herrschsüchtigen, strengen und selbstsicheren Spanien, wo es nicht viel zu lachen gab. Die Protagonisten auf den Bildern dieses kulturell so starken Jahrhunderts strahlen keine Freude oder Leichtigkeit aus. Direkt aus dem Manierismus herausgerissen, überbetont, streng ist sie noch lauernd vorhanden, la Santa Inquisición(die heilige Inquisition).

blick in den GartenDer August hat sich von seiner besten Seite gezeigt und das Einleben in Berlin recht leicht gemacht. Ein  Ausflug an den Wannsee, wo sich der Maler Liebermann einen Sommersitz errichtet hatte, war gerade richtig: Max Liebermann (1847-1935) gehört zu den wichtigsten deutschen Wegbereitern der Moderne. Von Anfang an hat er gegen die Akademiker gekämpft und mit der Gründung der Berliner Secession, bei der er eine wichtige Rolle gespielt hat, die Hauptstadt in den künsterlischen und kulturellen Vordergrund gerückt – er selber ist dann aber irgendwo auch zwischen Biergärten und Portraits stecken geblieben. Geboren im Zentrum von Berlin wo heute das Liebermann-Haus steht (in dem eine Ausstellung über Harry Graf Kessler zu sehen war) hat er sich 1909 ein Sommerhaus am Wannsee bauen lassen. Sein „Schloss am See“, wie er es nannte. Mit Anfang 60 hat er sich gerne hierher in die Ruhe zurück gezogen und über 200 Gemälde sind dort entstanden. Ab 1914 bis zu seinem einsamen Tod 1935 verbrachte er viele Monate dort. Von den Nationalsozialisten verfemt, zwangen diese seine Witwe Martha 1940 zum Verkauf des Hauses. Sie entzog sich 1943 durch Selbstmord einer Deportation. Nach dem Krieg allerdings ging das Haus an die Erben zurück, die es an die Stadt Berlin verkauften.

P1000285Emil Nolde – Der Maler  – Aufdringliche Farben und Nordlicht. Emil Nolde (1867 – 1956) malte mit den Fingern und Händen, ein Pinsel reichte nicht, um diese grelle Leidenschaft auf die Leinwand zu bringen. Ein krasser Gegensatz zu der weiten und unendlichen nicht immer farbigen Welt an der Frieslandküste. Naturgewalt, Einsamkeit, Legenden und gruselige, übertriebene Bauern- und Seemanns-Geschichten, die man sich nach Sonnenuntergang mit Gänsehaut zu erzählen pflegte, hat Nolde auf die Leinwand gebracht und uns ins Gesicht geschleudert.

P1000585 Wolfgang Rihm hatten wir ja beim FFF in Rom mit Proserpina gehört und erlebt. Da war es natürlich klar, dass wir uns Tutuguri nicht entgehen lassen würden. Das Berliner Musikfest wurde damit eröffnet.  Alles muss haargenau in eine tobende Ordnung gebracht werden (Antonin Artaud 1947) . Französischer Surrealist trifft auf mexikanische Totentänze und Rihm macht die Musik dazu. Das klang gut und verheißungsvoll: aber es ist noch viel viel mehr! Es ist ein Erdbeben, ein musikalischer Horror-Tsunami, ein götterdämmernder Phönix-Weltuntergang!

P1010069 Die Kantorin der Kirche zur frohen Botschaft in Berlin-Karlshorst, Beate Kruppke, dachte sich zum 150. Geburstag von Eric Satie und zum 25. Todestag von Olivier Messiaen etwas ganz besonderes aus. Sie stellte ein ungewöhnliches Orgelprogramm zur Ehren der französischen Freigeister und  zur Aufführung auf der Amalienorgel in Karlshorst zusammen. Der Dritte im Bunde war ein weiterer Franzose, der Komponist César Franck (1822-1890).

postidentischeslebenGroßartig der erste Besuch in der Neuköllner Oper . EINE SPEKULATION ÜBER DIE FREIHEIT. Welcome to the office for postidentical living - Shape – edit – customize: Der Erfolgreiche muss sich optimieren, sich abgrenzen, besser sein, fit sein, digital sein, angepasst-unangepasst sein, seine personelle Identität pflegen und diese ausbauen, um vielleicht in einer kollektiven Identität heimlich Unterschlupf zu finden. Unsere Identität unterscheidet uns von den anderen, macht uns einmalig. Aber wozu brauchen wir das? Was brauchen wir überhaupt? Wissen wir was wir wollen? Stylen, shapen, bloggen, sich selfen, bewundert werden. Wie anstrengend, diese permanente Überforderung dem uns gebotenen information overflow gerecht zu werden: Nur wer das alles nicht (mit)machen muss, kann frei sein.

P1000693Das Büro für postidentisches Leben hat also die Antworten und Lösungen. Aber KAP HOORN, eine witzige Aufführung im Theaterdiscounter, vermittelt den  Jahrmarkt der Wünsche und Träume .  Aber was hat Napoleon mit Aschenputtel zu tun? Sehen Sie selber!

Ausstellungsplakat Der Golem, diese berühmteste Legendenfigur der Kabbala, ist ein seelenloses Wesen aus Lehm oder Sand. Er wird durch Rituale oder geheime Buchstabenkombinationen von einem Menschen zum Leben erweckt und ist mit übermenschlicher Kraft ausgestattet. Das Jüdische Museum hat ihm eine sehr interessante Ausstellung gewidmet.

P1010005Die Stadt Weimar war 1999 Europäische Kulturhauptstadt. Das war für den derzeitigen Chef des Berliner Staatsballetts, Nacho Duato, die Gelegenheit, Johann Sebastian Bach zu huldigen. Mit Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere hat er auf ganz besondere Weise Person und Werk dieses einzigartigen Komponisten gewürdigt. Er hat Bach auf die Bühne und ins Zentrum des Geschehens geholt.

P1000911 Siegfried Lenz ist 1926 als  Sohn eines Zollbeamten in Ostpreußen geboren. Mit 42 Jahren hat er seinen wichtigsten und einen der bedeutendsten deutschen Nachkriegsromane, Deutschstunde, veröffentlicht. Bei Deutschstunde geht es um Pflicht, Schuld, Macht, Freundschaft und Verlust und um das Nichtentkommen der Geschichte. Das Ensemble hat es aufgeführt. Aber auch die traditionelle Peymannsche Mutter Courage und ihre Kinder hat uns sehr gut gefallen.

Mauer-cmb-klein Traum, Nacht, Alptraum – Ian Bostridge erzählt von  Kriegen, Nachteulen und Meeresungeheuern. Mit Träumen, Natur und Illusionen hat sich in diesem Jahr auch die österreichische Künstlerin Christa Linossi beschäftigt.

100 Stuehle (1)Am 1. November 2016 feiert der Hamburger Bahnhof seinen 20. Geburtstag. Er entstand als  weiteres Haus der Nationalgalerie und dort werden während der Umbauarbeiten der Neuen Nationalgalerie abwechselnd Werke des deutschen Expressionismus – wie zurzeit Ernst Ludwig Kirchner HIEROGLYPHEN  – gezeigt.   Eine der besten Ausstellungen überhaupt mit Arbeiten von Carl André war 2016 im Hamburger Bahnhof zu sehen. Aber auch das Thema Kapital hat das Museum beschäftigt. Hier der Bericht.
AusstellungsplakatUnheimlich war der Titel der Ausstellung im Kunstmuseum in Bonn, die zur Zeit noch in Bonn zu sehen ist (bis Januar 2017). Unheimlich bedeutet schauerlich, gruselig oder furchterregend. Der Titel ist deshalb nicht sehr aussagekräftig, denn hier geht es auch viel um Angst und Einsamkeit, um Unwohlsein, um Hinweise auf Gewalt, versteckte und offensichtliche und um Traum und Wirklichkeit. Kein Entkommen, Dinge, Totenhaus, Alpträume, Einsamkeit, die Anderen,  Verschwinden, Tatorte sind die Schlagwörter und in diese ist die Ausstellung unterteilt.

P1040281 Bei der Geisterbraut ging es auch unheimlich zu. Diese  opernhafte und selten aufgeführte spätromantisch-wagnerianische Ballade von Antonín Dvořák (1841-1904) wurde  aus Anlass des 175. Geburtstags  dieses böhmischen Komponisten von der Berliner Singakademie und dem Konzerthausorchester unter Achim Zimmermann im Konzerthaus in Berlin aufgeführt. Isabelle Faust hat mit Werken von Luigi Nono  in der Philharmonie ebenfalls bella figura gemacht.

P1010413Der Britische Blick: Deutschland – Erinnerungen einer Nation. Mit dem Deutschlandbild der Briten hat sich diese Ausstellung beschäftigt, die auch uns so einiges über uns beigebracht hat. Deutschland? Aber wo liegt es? Ich weiß das Land nicht zu finden(Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller, Xenien, 1796)

maulwerk Maulwerker -  Lautdichtungen und Sprechduette hat sich in einer Veranstaltung organisiert durch KONTRAKLANG im Heimathafen präsentiert. Gerhard Rühm, der bei der gestrigen Performance im Heimathafen Neukölln persönlich anwesend war, ist einer der bedeutendsten Künstler, ein Tausendsassa oder Wunderwurzi wie die Österreicher sagen. Er ist Schriftsteller, Lyriker, Schauspieler, Komponist, Performancekünstler, Maler und Poet. Er Gedichte oder Lautdichtungen aus seinem Repertoire vorgetragen – allein und Sprechduette er mit seiner Frau, der Musikpublizistin Monika Lichtenfeld. Dass er 86 Jahre alt ist würde man nicht vermuten. Temperamentvoll und witzig, ein einfallsreicher Sprachkünstler und Grenzgänger zwischen Noten, Buchstaben und Sprachexperimenten.   Kontraklang hab ein paar Wochen später das anstrengende aber sehr interessante Konzerthappening “Nach Kagel” - auch wieder im Heimathafen Neukölln organisiert. Und hier ging es um Sprechmusik, Peinlichkeit, Heilkräuter und um einen heiseren Wanderer! Lesen Sie selber!

P1010457Terpsichore, Liebesgötter und kalte Schönheiten. Der italienische neoklassizistische Künstler Antonio Canova (1757-1822) zählt zusammen mit dem Dänen Thorvaldsen zu den bedeutendsten Bildhauern seiner Zeit. Das Bode-Museum hat ihm diese Ausstellung über den Tanz ausgerichtet – mit dem schönen Titel:  Canova und der Tanz!

P1010502 Il Triunfo dem Tempo e del disinganno von Georg-Friedrich Händel zählt schon seit langem zu meinen Lieblings-Händel-Kompositionen. In diesem Stück hat er sich auch eine Rolle gegeben und deshalb wird er zur Sonata im ersten Teil er als anmutiger Jüngling an der Orgel (Thomas Guggeis) begleitet von Corelli an der Geige (Wolfram Brandl) ins Restaurant geschoben. Wunderbare Aufführung im Schillertheater! Viel Applaus für alle aber vor allem für das Vergnügen!

P1010637 Reden ist nicht immer die Lösung - meint Omer Fast in seiner im Rahmen des Programms „Immersion. Analoge Künste im digitalen Zeitalter“ im Martin-Gropius Bau organisierten Ausstellung, bei der sieben Filmprojekte von ihm gezeigt wurden. Der israelisch-amerikanische Videokünstler verarbeitet in seinen Projekten Krieg, Gewalt, Sex, Erziehung und Zusammenleben.  Und hier erwähnte ich Clemens von  Wedemeyer ; der  so ähnliche Geschichten in Hamburg erzählte.

P1010662 Die Europäische Akademie für Musik und Darstellende Kunst Palazzo Ricci ist ein bedeutendes deutsches Kulturprojekt in Italien, das sich vor allem der Musik widmet.  Seit dem Jahre 2000 sitzt die Hochschule für Musik und Tanz Köln in diesem Palast, der nach umfangreichen Renovierungsarbeiten im Jahre 2001 als Europäische Akademie wieder eröffnet wurde. Und damit sind wir auch schon beim Anlass des gestrigen Abends: das 15-jährige Jubiläum. Die Akademie feierte ihren Geburtstag mit einem Konzert, das  mit einem ganz besonders sorgfältig ausgesuchten Programm am Gendarmenmarkt im Berliner Konzerthaus bestach.

P1010682 Good Bait (guter Köder) ist das aktuelle und neuestes Standard-Programm der Quartett-Jazzband die den Beinamen … die flexible Einsatztruppe  bestehend aus dem Saxophonisten und Gründer der Truppe Markus Ehrlich, dem gerade aus New York zurückgekehrten Pianisten Johannes von Ballestrem, dem Bassisten Tom Berkmann und dem Schlagzeuger Philipp Schaeper. Dann haben wir noch den Piano Salon Christophori entdeckt – hier kann man alles hören – meist klassisch, aber es steht durchaus auch mal dann und wann ein Jazzabend an. Im Jazzclub Zig Zag in Berlin ist die Gruppe Subtone aufgetreten, die vor allem eigene Kompositionen gespielt haben. Schöner Club!   Der bekannte schwedische Posaunist und Sänger  Nils Landgren, alias Mr Redhorn, trifft beim diesjährigen Young Euro Classic Festival auf das junge Ensemble Olivinn, das die türkische Komponistin und Pianistin gegründet hat. Hier wurde Jazz mit Klassik verbunden und formell in einem Konzerthaus aufgeführt. 

P1010522 Die Stadt“ hat Theodor Storm sie ganz schlicht genannt. Zu seiner Zeit hat er wohl auch noch  durch die Stille las Meer brausen gehört. Das ist jetzt nicht mehr so, aber die Möwen, die Luft, das Salz darin, das Ebbe und Flut Spiel, das den Hafen hebt und senkt, ist immer noch so.   Jan Christophersen hat über diese so ganze andere Welt den Roman “Schneetage” geschrieben. Hier die Rezension!

Eine andere ganz besondere Reise ging in die Bretagne. Fünfzehn Kilometer vom Festland entfernt liegt sie, eine der größeren bretonischen Atlantikinseln: Belle-Île-en-Mer. 45 Minuten dauert die Überfahrt mit der Fähre von Quiberon nach Le Palais, der Hauptstadt von Belle-Île mit ungefähr 2600 Einwohnern. Hier verbrachte die Schauspielerin Sarah Bernhardt viel Zeit zwischen Felsen, Wind und Einsamkeit.

George Grosz - Grauer Tag Die Neue Nationalgalerie ist noch immer wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Deshalb zeigen die anderen “Filialen” abwechselnd Werke aus dieser umwerfenden Sammlung der Kunst Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Hamburger Bahnhof ist immer noch  Kirchner zu sehen und im Scharf-Gerstenberg Museum noch bis zum 23. April 2017 die Ausstellung « Surreale Sachlichkeit » Werke der 1920er- und 1930er Jahre aus der Nationalgalerie.

P1010830 Zarzuela ist spanisches Musiktheater vom Feinsten. Spitzbubenhafte Komödie, Folklore und populäre Romanzen verbunden mit spritziger Musik, opernähnlichen Arien, Temperament und guten Geschichten. Sie entstand im 19. Jahrhundert und wurde sowohl in Spanien als auch in Südamerika, vor allem in Argentinien, Mexiko aber auch in Kuba mit großem Publikumserfolg aufgeführt. In der Berliner Bibliothek des lateinamerikanischen Institut gegenüber der Gemäldegalerie wurde im Dezember eine Ausstellung über die Zarzuela eröffnet. Zur Eröffnung haben  zwei glänzende Interpreten Kostproben vorgetargen.

P1010868 Vor 500 Jahren, 1517, hat Martin Luther (1463-1546 in Eisleben), Mönch und Theologieprofessor  seine 95 Thesen zum Ablasswesen an die Schlosskirche zu Wittenberg genagelt. Dort, im Wittenberger Kloster, kam ihm auch die Erleuchtung. Sein Turmerlebnis sollte die Welt, nicht nur die gläubige, verändern und die Reformation auslösen.  Ein Jahr später ist er dann auch gleich nach Rom vorgeladen worden. Schon  1516 hatte Luther öffentlich gegen die Ablasspraxis gepredigt. Über Musik in der Zeit Luther in Rom hat Concerto Romano im letzten Jahr eine wunderbare CD herausgebraucht.

P1020013  Zauberwald, Pemplum und Kuschel-Riesenplüschtiere. Die Premiere dieser Inszenierung von August Everding mit einem Bühnenbild von Fred Berndt nach den herausragenden Entwürfen der grandiosen Sternenkuppel (die Tassen und Geschirrtücher ziert) oder den ersten Auftritt der Königin der Nacht auf der Mondsichel vom Berliner Architekten und Baumeister Karl Friedrich Schinkel für die Berliner Königlichen Schauspiele 1816 fand schon 1994 statt. Sie gehört heute zu den am meisten gespielten Zauberflöten in Berlin und sorgt jedes Jahr wieder für ein volles Haus.

P1020021 Kindl ist vor allem Biertrinkern ein Begriff. Die ehemalige Brauerei in Neukölln wurde vor ein paar Wochen als neues zeitgenössisches Kulturzentrum in Berlin eröffnet. Ein Besuch ist hier beschrieben. Zur Zeit sind zwei Künstler dort ausgestellt.

 

Ein frohes, glückliches, beschwingtes, kulturelles und gesundes Jahr 2017 wünsche ich allen blog Besucher/innen.

Christa Blenk

 

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Street Art in Berlin

 

 

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BALD GEHT ES WEITER

Liebe Leserinnen und Leser

umzugs- und technikbedingt ist eine längere Publikationspause entstanden!

Aber bald geht es wieder weiter – mit Berichterstattung vor allem aus Berlin!

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GNAM : Echaurren – Antonioni – Lupone und mehr

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Pablo Echaurren: Holzkiste 1974 “sono un triste Papagallo”;aus der Serie 69 Zeichnungen (1977-78); große Wandmalerei 2014 – Fotos: Christa Blenk

Pablo Echaurren ist 1951 in Rom geboren. In Italien arbeiteten wieder Künstler wie Giuseppe Capogrossi oder Alberto Burri. Er begann seine künstlerische Tätigkeit in der Zeit der postmoderner italienischen Transavantgarde von Enzo Cucchi, Mimmo Paladino oder Francesco Clemente ohne jedoch deren Bekanntheitsgrad zu erreichen.

Die GNAM widmet Echaurren nun eine Ausstellung die zeigt, warum das so ist. Echaurrens Arbeiten sind sehr geprägt vom Surrealismus oder mehr noch vom DADA. Seine Arbeiten aus den 70er oder 80er Jahren greifen immer wieder auf Marcel Duchamps oder dessen Zeitgenossen zurück und haben durchaus Charme und Humor. Er kreierte Collagen wie Schwitters und kleine Boxen wie Cornell oder Max Ernst und experimentierte mit den Kubisten. Immer wieder kommt er jedoch auf Duchamps zurück! Comics und Karikaturen sprechen weiter von seiner Vielseitigkeit.  Seine neueres Arbeiten, die in den letzten Jahren entstanden sind, werden jedoch sehr schnell langweilig und unspannend und erinnern an die informellen Arbeiten von Capogrossi, aber ohne Barock!

Beim Betrachten dieser Ausstellung wird uns jedoch klar, dass Echaurren noch nicht seinen Stil gefunden hat oder ihn noch nicht finden wollte.

Abgesehen von der ausgezeicheten permanenten Sammlung (es gibt ein paar echte ready mades) in der GNAM ist in zwei Räumen – nur noch bis heute – eine Hommage an den italienischen Regisseur Michelangelo Antonioni und seine Muse Monica Vitti zu sehen.

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Bevor man geht, ist es ein must, die Musikinstallation “Forme Immateriali” von Michelangelo Lupone im Innenhof des Museums zu besuchen und mit dem Zauberstab selber Musik zu komponieren!

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Maestro JNP

Christa Blenk

 

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2015 in Bildern

2015 : Highlights in Bildern

2015P1200754pranzo con Burne Jones-Cristina CrespoP1200831P1200899gisela4romP1210449P1210528Giorgio Morandisiestematisse-PlakatP1220551P1220597P1220341Römische NachtP1220657P1220804Materal-detailKreisTrio Karéninearpund blick vom Museum auf den Rheinbesucherin fühlt den Lavendelauditoriumfrauen-mauer-juneP1230976alessandracristiani-Baumtanz-Foto Silvia StuckyPortrait des Comodius als Herkules-Kapitolinische Museen RomP1240698P1240842P1240871AusstelungsplakatP1250859P1260176P1260482P1260680AusternP1260964emmadanteP1270264P1270274DSCN1153P1270436Luca LombardiConcerto RomanoParsifal lightP1270504Helmut Lachenmann und Ennio Morricone in der Sala Santa CeciliaP1270627paoloperronemauer in RomSan Lorenzo11201171_448806971964877_8353486730606813120_n11216706_456501594528748_5695488765188468304_n11222459_482790795233161_2113324505270476943_n11214250_10207643122498556_403645665332166311_nIMG_20150525_214508P1270542P1270536P1270641

Fotos: Christa Blenk; Casa di Goethe (Bild 43), Silvia Stucky (performance – Bild 27); JNP

 

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Impressionen Highlights 2014

Musik-Theater-Kunst-Highlights in Rom und anderswo - 2014

 

Isadora DuncanmercierPoseidon-TempelsalzP1140617Andante 2008- Óleo-lienzo 40×47 cm.bigbamboo3cellist-palazzo farnesemonduebervillaadrianathermepicknickKlagemauer

Cristina Crespo hat sich die tanzenden Musen vorgenommen, die Ausstellung dazu wird Anfang April in der Casa della Civetta stattfinden, während JN gleich selber die  zeitgenössische Topf-Symphonie dirigiert und dabei eine wirklich “bella figura” macht. In Paestum wird im Sommer 2015 zum ersten Mal ein Musik-Festival stattfinden (mehr wird noch nicht verraten). Ein Aufenthalt im bretonischen Salzland war genauso interessant wie der Besuch im Studio von Antonio Passa. Während “Andante” ihren Kopf nach unten steckt (oder in den Sand) steht der Big Bamboo immer noch und lädt ein, die Höhen zu erklimmen. Der italienische Cellist spielte die Bach Suite, die Rostropovic vor 25 Jahren an der Mauer spielte und der Trabi fuhr direkt durch das Teatro Marcello. In der Villa Adriana konnten wir unter unglaublichem Vollmond und vor alten Mauern das NDT mit erleben. Die Mauer der durch häusliche Gewalt getöteten Frauen steht auch noch, obwohl sie ihre Reinheit durch unschöne Schmierereien verloren hat. JN hat für eines seiner Fotos von der Mauer sogar einen Preis beim Goethe Institut Wettbewerb “Helden wie wir” gewonnen ……..

aber sehen Sie selber!

P1130230 2014 habe ich mich intensiver mit dem #neuen Rom beschäftigt und dazu EUR einen Besuch abgestattet. Im Laufe der ersten Monate 2014 ist daraus dann ein langer Artikel über die #zeitgenössische Architekturin Rom geworden, was mich später zu einer Serie Rom-Spaziergänge und im einzelnen über #Bernini, #Borromini und die #Renaissance in Rom animiert hat. Weitere werden folgen. Die meisten Bernini Skulpturen in Rom stehen in der Galleria Borghese und diese hatte ihnen für eine Zeitlang #Giacometti gegenüber gestellt. 2014 bekam Rom außerdem zwei neue #Stolpersteine .

GG_nb_06 Das Wagner- Jahr ging zwar 2013 zu Ende; die Oper Regensburg hat aber trotzdem oder deswegen im Januar 2014 eine sehr spektakuläre und witzige #Aufführung der Feen inszeniert. Mit Feen und Waldgeistern hatte sich 2013 auch #June Papineau befasst. Im Frühjahr 2014 zivilisierte sie ihre Laubfrauen und Moorgeister und brachte den #Great Goyesque nach Lausanne in eine Galerie. #Jean-Noel Pettit ha fait une traduction de cet article.

ex_passa Eine Entdeckung 2014 war der italienische Künstler  #Antonio Passa. Sein Ri-tratto di Antonio wurde von #Riccardo Santoboni vertont und daraus entstand eine Art mathematisch-malerische Symphonie, die er bei der Aufführung der Vernissage auch mit vier Musikern aufführte. Überhaupt gab es in diesem zu Ende gehenden Jahr viele Konzerte und Veranstaltungen, die sich mit zeitgenössischer oder elektronischer Musik auseinandersetzten, wie z.B. das #Controtempo Festival in der Villa Medici. Auch die Veranstaltungen des #CRM (Centro Ricerche Musicali) waren immer sehr spannend und anregend. Eine Ausstellung im Macro, #OASI,  brachte elektonische Musik und Kunst zusammen, bei #Feed Drum war es elektronische Musik und Tanz.

Ein Expositions-highlight in 2014 war natürlich die lang erwartete #Frida Kahlo Ausstellung in den Scuderien. #Rodin war in den Diokletian-Thermen zu sehen. Aber auch die anderen Museen oder Galerien konnte durchaus mithalten. Es gab im ersten Halbjahr die #Impressionisten aus Washington in Ara Pacis, #Andy Warhol auf dem Corso, #Simon Hantai in der Villa Medici, Rodin in den Diokletian-Thermen und dann #Alma Tadema und die ästhetische Bewegung.

phantabrass-mit Schiaffini und Schiavoni Etwas ganz besonders und außergewöhnlich interessant war die Anwesenheit bei einer Live-Übertragung im Radio RAI3  Gebäude in Prati  die #Performance einer Anti-Kriegs-Kantate, gesungen und vorgetragen von #Silvia Schiavoni zur Musik von Giancarlo Schiaffini mit dem Orchester Phantabrass. Auch interessant war das Abschlusskonzert der Villa Massimo im Auditorium mit zwei Uraufführungen. Ein anderes “barockes” Highlight war Scarlattis  #La Giuditta” durch das Concerto Romano.

Parajes nuncios de Infinito (1999-2009) Nube von Carlos de Gredos – Foto Christa Blenk Im Frühjahr und Sommer  standen auch einige Reisen auf dem Programm. Die eine führte uns auf die Spuren von Jean Luc Bannalec auf die #Glenan Inseln und später dann in das Salzland der #Bretagneund der Vendee. Leider sind die beiden Fernsehfilme über diese Krimi-Geschichten total unansehbar und billig. Madrid stand im Mai auf dem Programm und damit verbunden ein aussergewöhnlicher Besuch bei #Carlos de Gredos in seinem Cerro Gallinero und eine dritte – sehr persönliche – Reise der Erinnerung ging nach San José und zum #Cabo de Gata. In Madrid habe ich außerdem die Künstler #Gerardo Aparicio und #Guillermo Lledó näher betrachtet. Im umgebauten Reina Sofia Museum fand gerade eine Ausstellung von Hanne Darboven statt, die mir die Künstlerin dann doch ein wenig näher gebracht hat.

vulkan4 Im   Sommer hat es uns außerdem auf den #Stromboli getrieben. Der Aufstieg sowie das Zurückkommen um Mitternacht war ein ziemlich unvergessliches Erlebnis und auf jeden Fall eines der Italien-Höhepunkte. Daraufhin haben wir uns dann gleich für das nächste Jahr die Ätna-Besteigung vorgenommen.

P1190873  Musikmässig war auch ganz schön was los im Frühjahr. Die Oper Rom traute sich an zwei #Ravel-Stücke, und es gab zwei sehenswerte Aufführungen von #Little Match Girl Passion und von #Brundibàr. Die #Ars Ludi beeindruckten uns wieder gegen die Zeit in einem der schönen #Aula Magna Konzerte. Die Saison im Auditorium Parco della Musica ging #swingend zu Ende. Darunter fällt auch ein Glanzauftritt der Mexikaner und wir haben gelernt, dass der Danzón mindestens so aufregend wie ein Tango sein kann. Brasilien hat auch zwei seiner besten Musiker nach Rom kommen lassen zu einem #bezaubernden Barockkonzert für Cembalo und Querflöte kurz vor Weihnachten.

P1200125  #Paola Romoli Venturi, die wir schon im letzten Jahr im #MAAM kennen gelernt haben, wir hier genauer betrachtet. Weitere neue Künstlerinnen auf dem blog sind #Christa Linossi und #Schirin Fatemi. Cristina Crespo arbeitet gerade an einer langen Geschichte über #Musen und Tanz, die hier genauer beleuchtet wird.

Im Sommer fand wieder der Festival in der Villa Adriana statt. Wir haben uns Vorstellungen von #Martha Graham und dem #NDT angesehen. Auch in der Nähe von Rom, in Albano, fand dieses Jahr zum ersten Mal ein kleineres Festival statt, bei dem wir zwar ziemlich gefroren aber uns sehr gut bei der Cavalleria Rusticana unterhalten haben.  Auch open air war eine Veranstaltung in der spanischen Akademie vor dem bezaubernden Bramante Tempel. #Aire von Javier Moreno.

Unsicker-Chorus Assisi hat eine sehr umfangreiche Ausstellung über die Mauer-Kunst #”no more walls” organisiert. Wir sind hingefahren, um sie uns anzusehen. Auf dem Rückweg sind wir dann ein wenig durch Umbrien und  haben, Spoleto, Spell0, Perugia und  Gubbio besichtigt. Ansonsten haben wir viele kleine Orte in der Nähe von Rom besucht, meistens Tagesausflüge und alle sehr sehenswert wie #Calcata, Civitta di Bagnoreggio oder Grottaferrata und natürlich unser #Viertel San Lorenzo richtig kennen gelernt. Und dann kam im #November Paestum!

Nach der Sommerpause wurden dann nach und nach viele interessante Ausstellungen eröffnet wie z.B. #Escher, Mario Sironi, Sander und Lerski in der Villa Massimo, ein Besuch in der Villa Medici lohnte sich auch wieder, #Memling ist noch bis zum 18. Januar 2015 in den Scuderien zu sehen so ist #Normann Rockwell. Die GNAM macht einen Rundumschlag zwischen Sezession und Avantgarde und:

jamieMcdermottinRom Das Romaeuropa Festival begann mit einer fantastischen Aufführung in der Villa Medici #”Il ballo delle Ingrate”.Wir haben auch einen Liederabend mitgemacht, der #Benjamin Britten gewürdigt hat sowie eine weniger gute Aufführung von King Arthur. Der Höhepunkt war die #Carmen mit Dada Masilo.

Palabras Die Casa di Goethe hat die Serie der Aktivitäten fortgesetzt und nach Grünbein und Lewitscharoff ging es mit Dichterlesungen , incontro Romani und Ausstellungen wie zB. mit der  Sammlung von Erdmannsdorff oder Portraits von Isolde Ohlbaum weiter. Ein Abend war Tischbein gewidmet. Und hier mache ich mal einen kleinen Exkurs ins Kino und stelle den besten Film in 2014 vor: nämlich #Grand Hotel Budapest.

cellist-palazzo farnese Und natürlich wurde auch der Mauerfall vor 25 Jahren hier gefeiert. Einmal mit einem #zeitgenössischen Konzert in der französischen Botschaft mit dem Titel “Jenseits der Grenzen”. Ein italiensicher Cellist spielte die Bach Suite wie dies  Rostropovic an der Mauer 1989 tat. P1190162-sepia-  petiteUnd zweimal war eine ganze Nacht lang der Trabi am Teatro Marcello antreffen.

imageEs gab auch wieder Gästebeiträge in 2014. Birgit Käppeler hat über ein deutsch-Italienisches Theaterprojekt in Zusammenarbeit mit dem St. Pauli Theater  in San Guzné in der Toskana berichtet. Blutige Aprikosen hieß das Stück, das in dem kleinen Ort mit Laiendarstellern auf die Bühne gebracht wurde.  Das Fenster in die Toskana ist vom lokalen Künstler Lorenzo Vanni.

Jean Noël Pettit hat den Artikel über “The Little Match Girl Passion” ins Französische und Brigitte Meyer hat das Portrait über Tiziana Morganti ins Italienische übersetzt.  Außerdem hat Brigitte Meyer das Portrait von Antonio Passa und die Musikbeschreibung von Riccardo Santoboni dazu ins Italienisch übertragen .

Vielen Dank!

borjaprimordial 011Als Zugabe gibt es dieses Jahr die Projekte, Aquarelle und Zeichnungen von Emanuel Borja, dessen Seite dieses Jahr ein wenig zu kurz kam. Was sich aber ändern soll. Die kleinen Holzskulpturen Pas de droits sur l'album 276409 waren Modelle für sehr große Holzarbeiten, die aber – bis auf eine – beim Umzug von Rabat nach Rom leider zerstört wurden. Die Aquarelle Pas de droits sur l'album 254353 hingegen sind in Bonn entstanden, als er sich von seiner ersten Operation erholte; die Zeichnungen Pas de droits sur l'album 251660 immer wieder zwischen durch. Ich habe sie aus seinen Tagebüchern eingescannt. So auch die Primordial-Projekte Pas de droits sur l'album 251673

Wer über die Feiertage einen kleinen Ausflug in Rom-Nähe machen möchten. Auf Artmore gibt es viele Vorschläge für Tagesausflüge. Gute Fahrt im Neuen Jahr 2015 wünsche ich und freue mich wieder auf Euren Besuch hier auf den blog mit Geschichten und Berichten aus Italien und mehr.

Vielen Dank an die treuen Leser, die interessanten Kommentare und das positive Feedback! Vielleicht möchte Jemand ja auch seine persönlichen Highlights mitteilen!

Bilderreise 2014

Christa Blenk

 

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