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OASI – Skulptural-musikalische Installation

Auf der Suche nach Zeit und Tönen : Barfuß und ohne Grenzen durch den Raum

Ziehen Sie ihre Schuhe aus, betreten Sie langsam die Installation und entscheiden Sie selber über den Weg, konzentrieren Sie sich auf ihre Füße. Tasten Sie mit den Händen über die gravierten, durchbrochenen, gebogenen und sinnlichen Oberflächen (oder Kanten) der Installation. Treten Sie in die Höhle und spüren Sie, wie die unvorhersehbaren Töne über Füße oder Hände in den Kopf oder ins Gehör kommen. Zwischen op-art, Leger und John Cage. Schwerelos kam man sich bisweilen vor und das leichte und zaghafte Berühren (der geneigte Museumsbesucher ist normalerweise gehalten nichts zu berühren und sich nicht mal den Exponaten zu nähern – sonst gibt es Alarm) erzeugte einen Schwebezustand irgendwo im Universum. Geschmeidig, seglerisch und expressionistisch.

So ungefähr könnte man das skulptural-musikalische Abenteuer der Künstlerin Licia Galizia und des Komponisten Michelangelo Lupone auf der Vernissage gestern Abend beschreiben.

Es handelt sich also um zwei Installationen, die ca. 6 Meter voneinander entfernt in zwei unterschiedlichen aber miteinander verbundenen Räumen im Dunkeln aufgebaut sind, erleuchtet nur durch sich selber, d.h. durch einige weißgestrichende Skulpturenteile. Mit gepresster Erde sind sie miteinander verbunden (die Socken waren allerdings nicht schmutzig – jedenfalls nicht sichtbar!)

macro6 Bei der zweiten Installation, die links vom Eingang steht, hatte ich mich an die Situation gewöhnt und die Töne wesentlich intensiver und klarer wahrgenommen, das mag aber auch daran liegen, dass man von diesem Projekt aus nicht mit dem permanenten Öffnen der Tür konfrontiert war und mehr Eintracht und Stille herrschte, dementsprechend haben sich die Besucher, zum Leidwesen der Aufsichtspersonen, dort auch länger aufgehalten und wollten gar nicht mehr aus der gemütlichen Bude herauskommen. Zögernd und vorsichtig begebe ich mich schließlich Richtung Tür, wer weiß ob nicht noch eine andere Überraschung wartet. !

macro3Mittlerweile hatte sich vor diesem „sensorial space“ eine regelrechte Schlage, würdig der Vatikanischen Museen, gebildet und der Berg aus Schuhen und Stiefeln wurde zur Verlängerung des Musik-Raum-Kunstwerkes: man war immer noch ohne Schuhe und tastete sich an die eigenen heran, die Töne hingegen kamen vom aufgeregten Geschwätz der Leute!

Die Installation OASI ist eine zugangsbeschränkungslose für den Besucher offene Installation, ein Musik-Kunst-Experimentierplatz in dessen interaktives Umfeld der „Nutzer“ eintauchen kann (das hört sich jetzt besser an als es war). Die expressiven Komponenten, also das Hörbare, das Ertastbare und das Sichtbare, in Verbindung mit dem Tempo der Bewegung und der Gesten (auch dem Gewicht des Nutzers sicherlich) und der vergehenden Zeit entwickeln eine Art musikalischen, intimen und mutierenden Dialog mit dem Raum, in dem die plastischen Töne auf unterschiedliche und unvorhersehbare Weise bestrahlt werden und so ein virutelles Ambiente entsteht. Beim sich Fortbewegen empfindet man die Höhen und Tiefen einer Bergwelt – nur ganz kurz allerdings.

OASI ist das künstlerische Ergebnis des Forschungsprojektes ADAMO (Adaptive Art and Music Opera) und wurde in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Musikforschung (CRM – Centro Ricerche Musicali) entwickelt. Dieses Zentrum ist 1988 u.a. auf Initiative von Michelangelo Lupone entstanden und beschäftigt sich mit dem Zusammenwirken von Musik und Wissenschaft. 1953 ist dieser italienische Komponist in Solopaca/Kampanien geboren. Er hat schon mit Künstlern wie Pistoletto, Uecker oder Paladino zusammengearbeitet. 2005 hat Lupone ein ähnliches Projekt – auch mit Licia Galizia – über Musik und Wissenschaft für das Goethe Institut Rom entwickelt.

Die italienische Künstlerin Licia Galizia ist 1966 in Teramo/Abruzzen geboren. Heute lebt und arbeitet sie in L’Aquila und Rom. Galizia befasst sich seit Jahren mit dem Thema der ästhetisch-konzeptuellen Problematik in einer Raum-Zeit Perzeption und mit der Definition der künstlerischen Grenzen. OASI wurde speziell für den sensorischen Raum im Museo MACRO entwickelt.

Spannender Abend – man muss es aber nochmals mit weniger Menschen erleben!

Christa Blenk

Fotos: ©Christa Blenk

 

 

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