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Giacometti trifft Bernini in der Galleria Borghese

P1130570Am 4. Februar fand nun endlich die Eröffnung der lang erwarteten Giacometti-Ausstellung in der Galleria Borghese statt (geplant war sie ursprünglich für Dezember 2013) !

40 exquisite und ausgewählte Skulpturen dieses Schweizer Bildhauers, der Anfang/Mitte des 20. Jahrhunderts in Paris lebte und wirkte, sind für ein paar Monate – über das ganze Museum verteilt – in die ehemalige Sommerresidenz des Borghese-Papst Neffen Scipione gezogen. Es ist die größte Ausstellung dieses Künstlers in Italien (sagen die Veranstalter). Eine „anthologische, poetische und revolutionäre Ansammlung“ haben die Kuratoren im Vorfeld verkündet! Bis zum 25. Mai kann man, umgeben von außergewöhnlichen römischen Skulpturen, Caravaggio- Tizian- und Raffael-Gemälden sowie den hinreißenden Bernini-Skulpturen-Gruppen bis hin zu Canovas Paolina Borghese in dieser Schatzkammer lustwandeln. Anna Coliva, die Direktorin, und der Giacometti-Experte Christian Klemm haben das Konzept dafür ausgearbeitet. Somit kehrt mit Alberto Giacometti auch das 20. Jahrhundert in dieses außergewöhnliche Museum am Rande der Villa Borghese ein. Die Galleria Borghese ist einer der größten Privatsammlungen überhaupt und sicherlich eines der beeindruckendsten Museen Italiens.

P1130580  Ausgestellt sind vor allem seine „schlanken Bronzen“, längliche, poetische und fast melancholisch-zerbrechliche Gestalten. Ein Ergebnis seiner Studie über die Übermacht des Raumes. Diese Suche führte ihn ins Innerste der Gestalt, über die Haut bis in die Knochen und hin zur Seele und auf dieser Reise wurden die Gestalten immer dünner und schmäler – bis nur noch das Nötigste übrig blieb. Die revolutionäre Ästhetik und gewollt-gesuchte  Proportionenverschiebung seiner Arbeiten rüttelt auf und berühren uns immer noch auf seltsame Weise. Giacometti selber war ein Zweifler – vor allem an sich selber. Und hier, in dieser mit Kunstgegenständen überladenen Villa, kommt die bestechende Bescheidenheit und grazile Schönheit seiner Werke erst recht zur Geltung. 

Der „walking man“ (schreitender Mann): Wie ein Granitberg ragt er ins Firmament. Sie ist eine der berühmtesten Bronzen Giaocmettis und nach seiner Abkehr vom Surrealismus – also in den 40er Jahren – entstanden. Seine Heimat in den Bergeller Bergen soll ihn zu diesem fadenförmigen Mann, der sich gen Himmel streckt, inspiriert haben. Giacometti ist, obwohl er in Paris lebte und arbeitete, seiner Heimat immer treu gebleiben und recht oft dorthin zurückgekommen. Aber auch der Einfluss der ägyptischen Skulptur läßt sich nicht verleugnen. (Später war der “walking man” auch die Inspiration für das Chase Manhatten Plaza Projekt).

P1130581 Das Peggy Guggenheim Museum Venedig und das Centre Pompidou Paris haben einen Großteil der Exponate zur Verfügung gestellt, ein weiterer Teil kommt aber auch aus Privatsammlungen.

 Außerhalb der Aurelianischen Mauer hat man im 17. Jahrhundert diese Villa in kurzer Zeit erstehen lassen, um einerseits die umfangreiche Sammlung der Borghese-Familie (vor allem Scipione) unterzubringen, und andererseits um Berninis mythologische Marmor-Skulpturengruppen würdig zu präsentieren – man bedenke dass es dort in Überlebensgröße den „David“P1130567, „ Apollo und Daphne“ (Bild oben), den „Raub der Proserpina“, die „Äneas-Gruppe“ sowie ein Spätwerk Berninis „La Veritá“ gibt – ausser den Büsten von Scipioni Borghese.P1130586

Die Galleria Borghese organisiert regelmässig Ausstellungen in ihren Hallen – im letzten Jahr wurde die deutsche Fotografin Candida Höfer eingeladen, ihre Fotos zu zeigen! Kultura Extra hat darüber ebenfalls berichtet.

 P1130598 Garten der Galleria Borghese (wo die Zitronen ewig blühen)

Christa Blenk

Fotos:  Christa Blenk

 

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